Hillary Clinton bei ihrer ersten Anhörung vor dem Auswärtigen Ausschuss
Eine neue Vision wird vor allem in der Nahostpolitik gesucht, wo die israelische Militäroperation im Gazastreifen die Fronten verhärtet hat. Kritiker monieren, dass die Personen, die nun als Krisenmanager fungieren sollen, ihr Ziel, im Nahen Osten Frieden zu stiften, schon unter Bill Clinton verfehlt hätten. "Klug, ehrgeizig, liberal, jüdisch und männlich" sei das gemeinsame Merkmal der designierten Nahostberater, spottete der Kommentator Roger Cohen in der "New York Times". Beobachtern in der arabischen Welt werde nicht entgehen, dass prominente arabisch- oder iranischstämmige Amerikaner in der Regierung fehlten. Und der Ex-Clinton-Berater Aaron David Miller, der vor einer zu unkritischen Israelnähe warnt, hat nach Einschätzung der "Times" keine Chancen auf einen Job unter Hillary.
Doch hat auch Kurtzer die Politik kritisiert, an der er selbst beteiligt war. Clintons Weißem Haus warf er vor allem vor, den gescheiterten Gipfel in Camp David im Jahr 2000 nicht gründlich vorbereitet zu haben. Der neue Konsens pendelt sich nun darauf ein, dass der israelisch-palästinensische Konflikt nur im Rahmen einer regionalen Strategie gelöst werden könnte, die sich auch mit dem iranischen Atomprogramm befasst. Die künftige Außenministerin hat auch schon einen Begriff für diesen geplanten Diplomatiemix eingeführt: "smart power".