Kommt vom IWF: Jaime Caruana
Caruana, der von Anfang an als einer der Kandidaten für den Posten an der Spitze der BIZ galt, ist für die Aufgabe gut gerüstet. Er genießt international hohes Ansehen und hat schon als Vorsitzender des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht eine gute Figur gemacht. In die Zeit von Caruanas Vorsitz fiel 2004 der Durchbruch bei den schwierigen Verhandlungen zu den neuen Eigenkapitalvorschriften für Banken, die unter dem Schlagwort Basel II zusammengefasst werden. Die Europäische Union und die Länder hatten die damaligen Beschlüsse des Baseler Ausschusses später nahezu eins zu eins umgesetzt, die USA folgen schrittweise.
Der studierte Telekommunikationstechniker hatte zudem in seiner Funktion als IWF-Kapitalmarktdirektor früh und teils gegen heftige Kritik anderer Notenbanker vor einem globalen Crash und einer Finanzkrise mit dramatischen Folgen für die Kreditvergabe gewarnt.
Mit der Berufung Caruanas für die reguläre Amtszeit von fünf Jahren füllt die BIZ ein Vakuum, das durch den umstrittenen Weggang des ehemaligen BIZ-Generaldirektors Malcolm Knight zur Deutschen Bank entstanden war. Knight gab Ende Juni bekannt, die BIZ vorzeitig per Ende September zu verlassen. Er ließ sein Amt jedoch auf Druck der Mitglieder seit Anfang Juli ruhen. Als BIZ-Chef hatte Knight Einblick in wichtige Daten aller Großbanken sowie die internen Pläne der internationalen Aufseher im Zuge der Finanzkrise. Zuvor hatte die Deutsche Bank Ex-Finanzstaatssekretär Caio Koch-Weser eingestellt. Die Personalie stieß wegen möglicher Interessenkonflikte auf Kritik: Das Ministerium vergibt Mandate an Banken.