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Merken   Drucken   23.11.2008, 18:04 Schriftgröße: AAA

Neuer Generaldirektor: Super-Zentralbank holt Chef vom IWF

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat nach monatelanger Suche einen Nachfolger für ihren zur Deutschen Bank abgewanderten Generaldirektor Malcolm Knight gefunden. Zum 1. April 2009 übernimmt der Spanier Jaime Caruana den Job bei der "Notenbank der Notenbanken". von Christian Kirchner (Frankfurt)
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) wird derzeit aushilfsweise von Vizechef Hervé Hannoun geführt. Der 56-jährige Caruana ist aktuell Kapitalmarktchef des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. Der einstige Gouverneur der spanischen Notenbank bringt jedoch Stallgeruch zur 1930 in Basel gegründeten BIZ mit: Von 2003 bis 2006 war Caruana neben seinem Amt als spanischer Notenbankchef (2000-2006) zugleich auch Vorsitzender des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht.
Caruana erwartet eine Mammutaufgabe bei der BIZ. Dem Baseler Ausschuss der Bank kommt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung neuer Vorschriften für die Regulierung, Überwachung und das Risikomanagement internationaler Banken infolge der Finanzkrise zu. Die BIZ soll laut Satzung die Zusammenarbeit von Notenbanken und die Stabilität des internationalen Finanzsystems fördern.
Kommt vom IWF: Jaime Caruana   Kommt vom IWF: Jaime Caruana
Caruana, der von Anfang an als einer der Kandidaten für den Posten an der Spitze der BIZ galt, ist für die Aufgabe gut gerüstet. Er genießt international hohes Ansehen und hat schon als Vorsitzender des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht eine gute Figur gemacht. In die Zeit von Caruanas Vorsitz fiel 2004 der Durchbruch bei den schwierigen Verhandlungen zu den neuen Eigenkapitalvorschriften für Banken, die unter dem Schlagwort Basel II zusammengefasst werden. Die Europäische Union und die Länder hatten die damaligen Beschlüsse des Baseler Ausschusses später nahezu eins zu eins umgesetzt, die USA folgen schrittweise.
Der studierte Telekommunikationstechniker hatte zudem in seiner Funktion als IWF-Kapitalmarktdirektor früh und teils gegen heftige Kritik anderer Notenbanker vor einem globalen Crash und einer Finanzkrise mit dramatischen Folgen für die Kreditvergabe gewarnt.
Mit der Berufung Caruanas für die reguläre Amtszeit von fünf Jahren füllt die BIZ ein Vakuum, das durch den umstrittenen Weggang des ehemaligen BIZ-Generaldirektors Malcolm Knight zur Deutschen Bank entstanden war. Knight gab Ende Juni bekannt, die BIZ vorzeitig per Ende September zu verlassen. Er ließ sein Amt jedoch auf Druck der Mitglieder seit Anfang Juli ruhen. Als BIZ-Chef hatte Knight Einblick in wichtige Daten aller Großbanken sowie die internen Pläne der internationalen Aufseher im Zuge der Finanzkrise. Zuvor hatte die Deutsche Bank Ex-Finanzstaatssekretär Caio Koch-Weser eingestellt. Die Personalie stieß wegen möglicher Interessenkonflikte auf Kritik: Das Ministerium vergibt Mandate an Banken.
  • Aus der FTD vom 24.11.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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