Der Kauf war der letzte Milliardendeal in Deutschland vor Ausbruch der Kreditkrise. Schon damals galt der Preis als weit überhöht. Bavaria galt zwar als wachstumsstark, effizient und hochprofitabel, erlöste aber 2006/07 nur 290 Mio. Euro.
Da Bain Capital rund 900 Mio. Euro mit Krediten finanziert hat, steht Bavaria nun unter großem Druck, die Zinsen dafür zu erwirtschaften. Einer der zwei Kreditgeber, die US-Bank
Goldman Sachs , hat sich bereits verabschiedet und das Darlehensvolumen von etwa 450 Mio. Euro nach FTD-Informationen in zwei Schritten an den US-Fonds Oaktree veräußert. Beim zweiten Verkauf im August akzeptierte Goldman Finanzkreisen zufolge sogar einen Abschlag von 65 Prozent vom Nennwert - und ist insofern mit hohen dreistelligen Millionenverlusten ausgestiegen.
Oaktree zählt zu den so genannten "Geierfonds" und spekuliert den Kreisen zufolge darauf, dass Bain mittelfristig die Kontrolle an Bavaria wegen Überschuldung der Firma abgeben muss. Der zweite Gläubiger, die Dresdner Bank, sitzt noch auf dem gesamten Darlehensanteil von 450 Mio. Euro. Bain, Oaktree und die Banken lehnten einen Kommentar ab.