Beispiel für eine Limbic Map: Emotionen, Werte und Motivwelt im Kopf des Kunden
Ähnliches gilt für den "Insularen Cortex". Auch er spielt eine zentrale Rolle bei diversen emotionalen Vorgängen. Darüber hinaus wird er in Verbindung gebracht mit der Beseitigung kognitiver Unklarheiten, der Wiedererkennung von Objekten, räumlichem Lernen und der Wahrnehmung von Tonhöhen.
In diesen Hirnregionen gemessene Aktivität lässt sich also nicht zweifelsfrei als ein bestimmter Prozess interpretieren oder eindeutig einer Arbeitsweise des Gehirns zuordnen.
Wann spielen Emotionen eine Rolle?
Hier hilft dann auch das dritte oben genannte Kriterium (Aktivität einer Struktur als Teil eines Systems) nicht weiter. Denn der populäre Begriff des limbischen Systems als "Emotionssystem" im Gehirn täuscht. Laut der Neurowissenschaftlerin Elizabeth Phelps existieren bis heute keine sauberen Kriterien, um limbisch von nicht-limbisch zu trennen. Und: Es gibt wenig Hinweise darauf, dass die dort angesiedelten Strukturen als ein einheitliches System arbeiten.
Ein Leuchten in diesen Regionen kann also nur dann als Emotion gelten, wenn der Forscher auch unabhängig von den Ergebnissen seiner Messung weiß, dass Emotionen gerade eine Rolle spielen. Die Deutung, auf was ein "Leuchten" in diesen Regionen zurückzuführen ist, ist also dem Forscher im Rahmen seiner Hypothesen und Denkweisen überlassen.