20.10.2005, 12:09
"Outsourcing an Philosophen"
Die Financial Times Deutschland hat gemeinsam mit getAbstract auf der Frankfurter Buchmesse den Wirtschaftsbuchpreis 2005 verliehen. Die Preisträger in diesem Jahr sind Peter Sloterdijk, Ulrich Hemel, Malcolm Gladwell, Renée Mauborgne und W. Kim Chan.Der Wirtschaft fehlt es an Menschen mit Rednertalent. Warum sonst, wunderte sich Peter Sloterdijk, gibt es ein reges Outsourcing von Reden auf Wirtschaftstreffen, "beispielsweise an Philosophen"? Deutschlands bekanntester Philosoph sprach also in eigener Sache, als er am Mittwochabend auf der Frankfurter Buchmesse den Wirtschaftsbuchpreis der Financial Times Deutschland und getAbstract entgegennahm.
Bei seiner Dankesrede zeigte er, warum Philosophen als Redner gefragt sind: weil sie es können. Zumindest, wenn sie Sloterdijk heißen. Der gab sich verwundert, für sein aktuelles Buch "Im Weltinnenraum des Kapitals" mit einem Wirtschaftsbuchpreis geehrt zu werden. Er habe sich nie als Wirtschafts-Consultant verstanden, sagte er auf der Feier im Lesezelt, "eher, im Sinne Platos, als Berater von Tyrannen". Darin läge geradezu eine Kernkompetenz von Philosophen.
Der Tyrann heißt Geld
Der heutige Tyrann, diesen Gedanken ließ Sloterdijk anklingen, ist das Geld. Es sei eine Basistatsache der Neuzeit und mache die Moderne aus, "dass das Geld um die Erde läuft". Damit ist die Globalisierung nicht nur eine Tatsache, sie ist Geschichte. Die Begünstigten dieser Entwicklung, die Menschen im Westen, sind laut Sloterdijk "eingezogen in den Kristallpalast des Komforts". Der Philosoph sieht darin ein "Experiment des Kapitalismus: Wie weit kann man Menschen verwöhnen?" Und dabei, auch das kommt bei Sloterdijk zum Tragen, den homo sapiens denaturieren?
Kein Wunder, dass Peter Sloterdijk gern als "keynote speaker zugekauft wird", wie er sagt. Mit so kurzem Anlauf scheinbar launige Sätze in den Raum stellen und ein tiefes Unbehagen zurückzulassen, das ist Kunst. Denn dass der Weltinnenraum des Kapitals eine Käseglocke ist, daran hat Sloterdijk wenig Zweifel.
Versuch einer Sinnstiftung
Ulrich Hemel würde ihm nicht widersprechen. Obwohl er zu der seltenen Spezies von Menschen in der Wirtschaft mit Rednertalent zählt. Aber das Sloterdijksche Unbehagen, das ist ihm nicht fremd. Dem Top-Manager ist ja selbst unbehaglich zumute, wie seinem preisgekrönten Buch "Wert und Werte" anzumerken ist. Es ist der Versuch einer Sinnstiftung.
Lesen Sie hier, warum Hemel Wahrhaftigkeit einfordert
- 1
- 2
-
20.10.2005
© 2005 Financial Times Deutschland
Suche in der FTD-Personendatenbank
Home |
Unternehmen |
Finanzen |
Börse |
Politik |
Management+Karriere |
IT+Medien |
Wissen |
Sport |
Auto |
Lifestyle |
zum Seitenanfang
© 1999 - 2010 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!
Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet
VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote
© 1999 - 2010 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!
Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet
VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote










