Nur knapp drei Wochen nach der Entscheidung zur Übernahme der Dresdner Bank hat die Commerzbank die erste Führungsebene unter dem neuen Vorstand benannt. 15 der künftig 64 Führungskräfte kommen von der Allianz-Tochter. von Christine Mai (Frankfurt) und Martin Scheele (Hamburg)
Mit Marcus Kramer, zuletzt Kreditrisikochef bei der WestLB, stößt zudem ein Manager von außen dazu. Auch der bisherige Chef der Fondstochter Cominvest, Sebastian Klein, wechselt zur Commerzbank. Cominvest geht mit der Transaktion an die Allianz.
Rund ein Viertel der neuen Führungsmannschaft stammen damit von der Dresdner Bank. Nach der Ernennung des Vorstands hatte es Befürchtungen gegeben, dass die "Gelben" auch die unteren Führungsebenen noch klarer dominieren könnten. Denn mit Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter hatte es nur ein einziger Manager der Allianz-Tochter in das Topgremium der neuen Bank geschafft.
Die Commerzbank betonte am Donnerstag, Ziel sei gewesen, die geeignetsten Kandidaten zu ermitteln. 56 Manager seien bereits benannt worden, "damit sie den Integrationsprozess von Beginn an mitgestalten können", teilte die Commerzbank mit. "Die Übernahme der Dresdner Bank erfolgt nach Plan. Die Benennung ist ein wichtiger Meilenstein für die Vorbereitung der Integration", sagte Bankchef Martin Blessing. Vier weitere Führungskräfte sollen noch hinzukommen. Die vier Executives der Immobilienfinanzierungstochter Eurohypo bleiben, da die Dresdner Bank keinen vergleichbaren Bereich hat. Die Ernennungen werden spätestens im zweiten Halbjahr 2009 wirksam.
Sebastian Klein
Der 44-jährige Kramer wird auch bei der Commerzbank im Bereich Risikomanagement arbeiten. Er hatte seine Laufbahn als Trainee bei dem Institut begonnen. Es folgten Stationen bei der Deutschen Bank und Credit Suisse, bevor der damalige WestLB-Chef Thomas Fischer ihn nach Düsseldorf holte. Kramer verließ das Institut Ende 2007; sein Vertrag lief noch bis Ende 2008. Zuvor war er als Kandidat für den Posten des Risikovorstands der WestLB gehandelt worden. Er gilt als fachlich versiert. Im Umfeld seines letzten Arbeitgebers wird ihm allerdings Arroganz nachgesagt.
Klein wird bei der Commerzbank im Geschäft mit sehr vermögenden Privatkunden tätig sein. Vor seinem Wechsel zu Cominvest Ende 2005 hatte der 40-Jährige den Geschäftsbereich Private Banking bereits geleitet. Nun bekommt er dem Vernehmen nach eine Position neben dem jetzigen Chef Thorsten Reitmeyer. Klein begann seine Laufbahn 1996 bei McKinsey.
Von der Dresdner Bank kommen unter anderem die Dresdner-Kleinwort-Banker Stefan Gütter und Eddie Listorti zur Commerzbank. Auch Luca Marighetti, für strategisches Marketing und Kommunikation verantwortlich, geht zur Commerzbank.
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