Vizechef Peter Chernin verlässt Murdoch-Konzern
Chernins Dienste hat Murdoch stets gut bezahlt. 2008 verdiente der Vize sogar mehr als der Chef: Chernin nahm 28,8 Mio. $ nach Hause, Murdoch "nur" 27,5 Mio. $, berichten US-Medien. Auch nach Chernins Weggang wird Murdoch wohl noch über Jahre hinweg Rechnungen für seine Rechte Hand bezahlen müssen: Der 2004 geschlossene Vertrag sehe unter anderem vor, dass Chernin den Firmenjet für 50 Stunden im Jahr nutzen kann. Geschätzte Kosten: 1,65 Mio. $.
Auch ein Dienstwagen und eine Sekretärin stünden auf der Liste, heißt es. Doch Murdochs Nummer Zwei hat auch dafür gesorgt, dass sein alter Arbeitgeber seine neuen Projekte finanziert. Chernin kann veranlassen, dass ihm News Corp. mindestens zwei Filme oder Fernsehserien pro Jahr abkauft, die er künftig produzieren will - und das sechs Jahre lang, berichtet die Businessweek.
Mit Chernins Abgang wird es nun immer wahrscheinlicher, dass eines Tages Murdochs Sohn James an die Spitze nachrücken wird. Zwar ist er von seinem Vater noch nicht offiziell zum Kronprinzen ausgerufen worden, seit Ende 2007 leitet der 36-Jährige aber die Geschäfte in Asien und Europa - eine Aufgabe, die als Bewährungsprobe gilt. Unabhängig von jeder Nachfolgeregelung drohen News Corp. zähe Führungskämpfe. Gegenüber einem Biografen ließ Murdoch durchblicken, er wolle seine Anteile an News Corp. zu gleichen Teilen unter seinen sechs Kindern aufteilen. Die vier Ältesten sollen die Stimmrechte erhalten. Eine Regelung für den Fall einer Pattsituation ist derzeit nicht vorgesehen.