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28.02.2008, 20:28
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Porträt:
Andreas Jacobs - Der andere Sohn
Eine Karriere im Firmenimperium des Vaters hatte Andreas Jacobs nie angestrebt. Dann entschied er sich um und folgte der Unternehmerlegende Klaus Jacobs doch nach. Die Geschäfte führt er allerdings mit einem ganz eigenen Stil.
von Birgit Dengel (Norderstedt)
Schnell und energisch greift die Hand von Andreas Jacobs in die Schale mit den Süßigkeiten, die auf dem Tisch steht. Jeder soll sehen, dass ihm etwas liegt am Geschäft mit dem Kakao. Jacobs wählt eine Praline aus. Und bevor er sie in den Mund schiebt, blickt er kurz in die Runde, garniert seine Tat mit einem Lächeln - wie es sich gehört für einen Jacobs. Von ihm wird erwartet, dass er sich bekennt zur Schokolade. Und dass er es mit Entschlossenheit tut. Doch bei der Frage nach seiner Lieblingspraline bröckelt die Fassade. Andreas Jacobs zögert - und sagt schließlich: "Das wechselt." Er sagt es leise.
So ist er halt, Andreas Jacobs, ruhig, zurückhaltend. Was für ein Unterschied zum Vater, dieser omnipräsenten Unternehmerlegende mit dem unbändigen Willen. "Klaus Jacobs ist unwahrscheinlich dominant und sehr direkt, wenn es um Lob und Tadel geht. Mit zunehmendem Erfolg hat sich das gesteigert", sagt ein Süßwarenhersteller, der Vater und Sohn Jacobs gut kennt.
Ernst, energisch, leise: Der Unternehmer Andreas Jacobs im Norderstedter Barry-Callebaut-Werk
Klaus Jacobs. Der Mann, der den Verbrauchern die "Krönung" in die Küchen bringt. Der 1990 den Familienkonzern Jacobs Suchard mit der Marke Milka verkauft - und sich danach neu erfindet, als Inhaber des Schokoladenherstellers Barry Callebaut. Einer, der keinen Neuanfang scheut. Er baut den weltgrößten Vermittler von Zeitarbeit auf:
Adecco , einen Konzern, der heute 37.000 Mitarbeiter beschäftigt und einen Umsatz von gut 20 Mrd. Euro erwirtschaftet. Er schafft es bis in die schweizerische Nationalmannschaft der Dressurreiter. Und er gibt sich gern als Förderer. 2006 spendet Klaus Jacobs der International University Bremen 200 Mio. Euro - so viel, wie noch kein Privatmann in Europa vor ihm einer Hochschule übereignet hat. Klaus Jacobs hat in den vergangenen Jahrzehnten die Wirtschaft so geprägt wie kaum ein anderer deutscher Unternehmer.
Andreas Jacobs ist auch ein Jacobs, natürlich. Sein Aussehen lässt keinen Zweifel zu. Der 44-Jährige hat den gleichen hohen Haaransatz wie der Vater. Den gleichen prägnanten Nasenrücken, der übergeht in die Denkfalte zwischen den Brauen. Die gleichen schmalen Lippen. Die gleiche Statur.
Teil 2: Wettstreit unter Brüdern
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Aus der FTD vom 29.02.2008
© 2008 Financial Times Deutschland,
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