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Merken   Drucken   10.04.2008, 21:14 Schriftgröße: AAA

Porträt: Dov Moran - Der Vater des USB-Sticks

Er ist der Erfinder des USB-Sticks. Nun will der Israeli erneut die Technikwelt revolutionieren: Mit einem modischen Minihandy, das sich mithilfe verschiedener Funktionshüllen in völlig unterschiedliche Geräte verwandeln lässt. von Christoph Gunkel (Kfar Saba)
Im gläsernen Konferenzraum herrscht ein ziemliches Durcheinander. Auf dem Tisch benutzte Tassen und eingetrocknete Kaffeeflecken. Und viel zu viele Plastikstühle, für die eigentlich gar kein Platz in dem kleinen Zimmer ist. Mit einem Grinsen geht Dov Moran über das Chaos hinweg: "Das ist alles neu hier. Wir wachsen so schnell - in zwei, drei Wochen sieht es bestimmt besser aus", sagt der 52-jährige Unternehmer und lässt sich in eine der orangen Sitzschalen fallen.
Überhaupt: Wer denkt ans Putzen und Möblieren, wenn gerade eine Revolution im Gange ist? Und für nichts Geringeres hält Dov Moran seine neueste Erfindung: ein Minihandy, das nach Belieben Farbe, Form und Funktion wechselt: Morgens kann es ein ganz normales Mobiltelefon sein, nachmittags ein Navigationsgerät, abends eine Kamera. Je nach Einsatzgebiet bekommt das Handy namens Modu eine andere Hülle übergestülpt. 5 Mio. $ hat Moran in die Idee investiert, die demnächst auf den Markt kommen soll.
Von der Idee zum Welterfolg
Das Geld hat er mit seiner ersten Revolution verdient, dem USB-Stick. Vor acht Jahren erfand Moran mit seiner kleinen Firma Msystems den Minispeicher, der andere Medien mittlerweile fast komplett verdrängt hat. Marktforscher gaben dem Datenstift, der damals noch DiskOnKey hieß, keine Chance: zu teuer, zu umständlich, einfach überflüssig. Es gibt doch Disketten und CD-Rom. "Vergessen Sie es! Dieses Gerät wird es auf keinen Fall am Markt schaffen", lautete das Fazit einer mehr als 100-seitigen Marktanalyse.
Dov Moran in der Modu-Zentrale mit einem Prototyp seines neuen ...   Dov Moran in der Modu-Zentrale mit einem Prototyp seines neuen Multifunktionshandys
Die Einwände perlten an Dov Moran ab wie Regentropfen an einem Fettfilm. Er war davon überzeugt, dass die Welt auf seinen Speicher gewartet hat: "Wir hatten eine Erfindung, von der wir vom ersten Moment an spürten: Das wird wow!" Das Gefühl täuschte nicht. Der USB-Stick wurde zum Welterfolg. 45 Mio. $ nahm die Firma 2001 ein, fünf Jahre später waren es fast 1 Mrd. $.
Diesen Erfolg will Moran mit der Firma Modu in der Nähe von Tel Aviv nun wiederholen. Die Chancen stehen nicht schlecht: Auf der Handymesse 3GSM in Barcelona stieß das Modu im Februar auf wohlwollende Resonanz. Die ersten Verträge mit Netzanbietern aus Israel, Italien und Russland hat der Unternehmer bereits abgeschlossen. Und einen medienwirksamen Eintrag ins "Guinnessbuch der Rekorde" erreicht: Modu ist mit 40,1 Gramm das leichteste Handy der Welt.
Doch der Clou ist nicht das Gewicht, sondern die Wandlungsfähigkeit. Das Grundgerät ist voll funktionsfähig, aber lediglich die Basis für verschiedene Endmodelle. Für diese lässt Moran "Jackets" schneidern: schrille Jacken, seriöse Jacken, teure Jacken, billige Jacken. Sobald das Modu-Handy in eine solche Jacke gesteckt wird, entsteht ein neues Handy mit zusätzlichen Funktionen. Fürs Business-Meeting wählt man vielleicht eine mondäne Jacke mit ausklappbarer Tastatur, breitem Display und Internetzugang. Und für den Disco-Besuch eignet sich eine knallig bunte Handyhülle.

Teil 2: Morans Kalkül

  • Aus der FTD vom 11.04.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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