Unter dem Motto "Berger on Tour" stellt er sich derzeit allen seinen Mitarbeitern in kleinen Gruppen vor.
Hans Berger legt eine Powerpoint-Präsentation auf - mit hellblau-weißem Hintergrund, den Farben der HSH Nordbank. Er doziert dabei über seine Erfahrungen als Banker. Doch das Dozieren liegt ihm nicht, er sucht den persönlichen Kontakt: "Kundenorientierung - was heißt das denn für Sie?" Jetzt, eine Stunde nachdem Berger mit seinem Vortrag begonnen hat, hält ein blonder Zuhörer das Schweigen nicht mehr aus. Er wagt den Schritt nach vorn. Und endlich taut auch Berger auf. Er lacht, scherzt, und da die Freude nun ehrlich ist, wird sein Kopf dabei ganz rot. Im direkten Dialog, auf Augenhöhe mit den Mitarbeitern, liegt die Stärke des HSH-Nordbank-Chefs. Die Diskussionsrunde ist eröffnet. Sie wird über eine Stunde dauern.
Zurückhaltend und akribisch
Dass er nicht gern im Rampenlicht steht, wusste der heute 56-Jährige schon als Kind. Er träumte nicht davon, ein berühmter Astronaut oder Rennfahrer zu werden. Stattdessen wollte er Landvermesser werden wie sein Großvater, ein einsamer Job, bei dem es auf Genauigkeit ankommt. Dass er sich dann doch für eine Bankkarriere entschied, lag daran, dass es ihn "dann doch abschreckte, bei jeder Jahreszeit, bei Wind und Wetter draußen zu arbeiten".
An den Rummel um seine Person wird sich Berger nun gewöhnen müssen. Seit Januar leitet er den weltgrößten Schiffsfinanzierer und die wohl modernste deutsche Landesbank - obwohl Kritiker anmerken, die HSH Nordbank sei überhaupt keine Landesbank mehr. Denn als erstes öffentlich-rechtliches Institut holte sie im vergangenen Jahr einen privaten Investor mit ins Boot: JC Flowers kaufte sich mit einem Anteil von 27 Prozent ein. Gemeinsam mit Flowers will die HSH als erste Landesbank sogar an die Börse. 2008 oder 2009 soll es so weit sein.