Stark bei Fischen und SchiffenVor zwei Wochen schreckte er Vorstand und Aufsichtsrat von TUI mit einem zweiseitigen Brandbrief auf, in dem er die Aufspaltung fordert. Die engere Verzahnung von Schifffahrtssparte und Reisegeschäft, der Umzug der Konzernzentrale von Hannover an den Hapag-Lloyd-Sitz Hamburg - alle Pläne von TUI-Chef Michael Frenzel wären über den Haufen geworfen. Am Ende könnte es sogar um die Existenz der deutschen Traditionsreederei gehen. Denn, so schreibt Fredriksen vieldeutig, in der Containerschifffahrt komme es auf Größe an. Und Hapag-Lloyd steht weltweit gerade einmal auf Platz fünf der Containerreedereien. Was läge näher als eine Fusion von Hapag-Lloyd mit einem Unternehmen aus Fredriksens Schifffahrtsimperium?
In anderen Branchen hat Fredriksen dieses Szenario schon öfter durchgespielt. Jüngstes Beispiel ist die Fischzucht, neben Inkassofirmen und Riggbauern eines der wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine des Investors. Erst kaufte Fredriksen Anteile des Zuchtunternehmens Marine Harvest, dann fusionierte er die Firma mit Fjord Seafood und Pan Fish. Heute kontrolliert Fredriksen den umsatzstärksten Fischzüchter der Welt.
Bei solchen Aktionen beweist er einen langen Atem. So ist der Aktienkurs von Marine Harvest in den vergangenen Monaten regelrecht abgestürzt - für Fredriksen allenfalls ein Grund, weiter zuzukaufen. So könnte es auch beim TUI-Konzern laufen, dessen Wert sich seit dem Einstieg Fredriksens um beinahe ein Fünftel verringert hat. Dass es dem Investor nur darum geht, an einem steigenden Aktienkurs zu verdienen, gilt als unwahrscheinlich. "Geld hat Fredriksen genug", sagt ein Insider.