Robert Polet, Chef von Gucci
Heute lacht der 52-Jährige, wenn die Rede auf Eiscreme kommt. Ein glockenhelles Lachen, das auch vor der Flügeltür seines Londoner Büros noch zu hören sein muss, so laut, dass es selbst der Teppichbodenflausch nicht verschluckt, dass es später beim Abhören des Interviewmitschnitts in den Ohren scheppert. Seine Arbeit, sagt er, bestehe zu 80 Prozent aus genau dem, was er immer getan habe. "Wir tun hier drei Dinge. Wir führen Menschen und leiten sie an, managen Marken und sorgen für eine kreative Umgebung."
Witze über den Eiscrememann
Der hochgewachsene Niederländer kann sich die entspannte Haltung leisten. Statt Guccis Grab zu schaufeln, wie es nicht wenige Fashionistas vorhergesagt hatten, wuchs die Gruppe in den vergangenen drei Jahren bei Umsatz und Gewinn. Seit er die Gucci Group leitet, die Luxussparte des französischen Mischkonzerns PPR, hat der Aktienkurs der Pariser Mutter 50 Prozent zugelegt, deutlich stärker als die Notierung der Konkurrenz
LVMH . Und der operative Profit der Gucci-Gruppe wuchs 2007 um 29 Prozent.
Es war ein "schöner Moment", sagt Polet, als Suzy Menkes, die einflussreiche Modechefin des "International Herald Tribune" und Doyenne der Branche, stellvertretend Abbitte leistete: Alle hätten sie sich über den Eiscrememann lustig gemacht, der aber habe gezeigt, dass sie alle falsch lagen, sagte sie 2005 auf einer Luxuskonferenz in Dubai.