Viele Innovationen von Apple fußen auf Visionen von Steve Jobs - hier bei der Präsentation des iPhone 3G
Für viele Unternehmen mit ihren ambitionierten und der "City" gemeldeten Wachstumszielen eigentlich ein untragbarer Zustand. Denn die "Genius-Methode" produziert zwar im Einzelfall herausragende, aber eben unplanbare und (zu) seltene Innovationen, die nicht ausreichen, um couragierte Wachstumsziele kontinuierlich zu erreichen. Was sind also die Hinderungsgründe, Innovationsmanagement als einen systematischeren und strategischen Geschäftsprozess zu gestalten? Ist es der scheinbare Widerspruch, dass echte Kreativität keine Einschränkung durch eine Prozesssystematik oder solide Grundlagendaten verträgt?
Reproduzierbarer und strategischer Geschäftsprozess
Ein idealtypischer Innovationsprozess setzt zuerst bei einem tieferen und vollständigen Verständnis der Konsumentenbedürfnisse und des Marktes an: Neuprodukte können dort Erfolg haben, wo Konsumenten ihre Bedürfnisse nicht durch aktuell am Markt befindliche Produkte und Angebote befriedigen können. Soweit die Theorie, doch warum ist das Aufspüren dieser sogenannten "white spaces" so schwierig, wo doch die Marktforschung ausgereifte Instrumente zum Verständnis des Konsumenten und seiner vielschichtigen funktionalen und emotionalen Bedürfnisse kennt?
Das Hauptproblem besteht darin, dass die verfügbaren Informationen häufig die einzelnen Aspekte des Markt- und Konsumentenverständnisses zwar in großer Tiefe beleuchten, diese Aspekte (sprich: einzelne Studien) jedoch schwerlich zu einem konsistenten Gesamtbild zusammengesetzt werden können. So kennt der Auftraggeber zwar zum Beispiel einerseits seine Kundensegmente (Studie A) , des Weiteren weiß er, welche Hauptbedürfnisse im Markt auftreten (Studie B) und schließlich ist er sich im Klaren darüber, wie die Wettbewerbermarken mit ihren Angeboten im Markt wahrgenommen werden (Studie C), es fehlt jedoch die Möglichkeit, diese Informationen in einem schlüssigen Gesamtbild zu interpretieren.
Lukrative Innovationsfelder abstecken
Um beim genannten Beispiel zu bleiben: Nur wenn klar ist, welche Kundensegmente welche - durchaus mehrere - Idealbedürfnisse aufweisen, und wie die derzeit am Markt verfügbaren Angebote nach genau diesen Idealanforderungen vom Konsumenten wahrgenommen werden, kann einen validen Steckbrief für ein potentiell vielversprechendes Innovationsfeld entwickeln. Wenn dazu noch ein Verständnis zur Größenordnung der Nachfrage hinter den einzelnen Bedürfnisfeldern kommt sowie eine Aussage zur glaubhaften Kompetenz der Marken des eigenen Unternehmens, dann können diese Innovationsplattformen zudem nach Potential sortiert und nach sinnvoller Markenanbindung beschrieben werden.