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25.02.2008, 15:43
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Raúl Castro - Hoffnungsträger für Kuba
Raúl Castro stand sein Leben lang im Schatten seines großen Bruders. Jetzt übernimmt er endgültig Fidels Amtsgeschäfte als kubanischer Präsident.
Bis zum August 2006, als Revolutionsführer Fidel Castro ihm die Führung des Landes vorübergehend anvertraute, war Raúl weitgehend unbekannt. Seine Gedanken und Meinungen drangen nie an die Öffentlichkeit. Er galt als Hardliner, der nicht viel zu sagen pflegte.
Bei vielen Menschen hat er aber in den vergangenen Monaten Hoffnungen geweckt. Der Kuba-Experte und frühere US-Geheimdienstler Brian Latell beschrieb ihn in einem Buch mit dem Titel "After Fidel" als pragmatischen Mann, der als Staatspräsident mit dem "Erzfeind" in Washington möglicherweise ins Gespräch kommen und in der Geschichte Kubas eine friedliche Wende einleiten könnte.
Raúl Castro gilt als Hoffnungsträger für ein liberaleres Kuba
Raúl galt unter anderem immerhin als Mentor der 1994 begonnenen Wirtschaftsöffnung Kubas, die er kurz und bündig mit dem Satz "Bohnen sind besser als Kanonen" verteidigte.
Raúl sei in erster Linie ein sehr "ordentlicher, organisierter und anspruchsvoller Mann", schrieb vor einiger Zeit der ranghohe kubanische Politiker José Ramón Fernández.
Fidels sensibler StellvertreterDer 76-Jährige sei aber auch sensibel und lustig. Dabei ließ sich der Mann mit Schnurrbart und großer Brille, der fast immer nur in olivgrüner Uniform zu sehen ist, so gut wie nie auf Interviews ein. In früheren Zeiten war er oft monatelang völlig von der Bildfläche verschwunden.
In den 50er Jahren kämpfte Raúl an der Seite seines Bruders gegen den kubanischen Diktator Fulgencio Batista. Als die Revolution 1959 gesiegt hatte, wurde er Fidels Stellvertreter in allen Ämtern sowie Verteidigungsminister und leitete die Erschießung von Handlangern des Batista-Regimes.
Später veranlasste er auch verschiedene politische "Säuberungen". Unter ihm wurde die kubanische Armee mit sowjetischer Unterstützung zeitweilig zur stärksten in Lateinamerika.
Teil 2: Ein Leben als Jesuitenschüler und Sozialist
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dpa, 25.02.2008
© 2008 Financial Times Deutschland,
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