Gut vernetzt: Die Teilnehmer eines Barcamps in Köln informieren sich über rechtliche Fallstricke beim Betreiben von Internetseiten
Aber Anwalt Schwenke ist nicht etwa kurzfristig für einen kranken Kollegen eingesprungen. Nein, Spontanität gehört hier zum Konzept: Camps heißen diese neuen Veranstaltungsformate. Mit klassischen Konferenzen haben sie nicht mehr viel gemein: Keine Folienschlachten im Halbdunkel, keine eigenwerbenden Referenten, keine Agenda.
Die Themen bestimmen die Teilnehmer selbst, jeder kann auch Referent sein. Wer meint, über ein interessantes Thema berichten zu können, schreibt einfach drei Stichworte auf, die vorab im Internet veröffentlicht werden. Zu Beginn der Veranstaltung stimmen die Teilnehmer dann darüber ab, welche der sogenannten Sessions stattfinden werden.
"Klingt chaotisch, funktioniert aber überraschend gut"
"Das klingt chaotisch, funktioniert aber überraschend gut", sagt Franz Patzig. Er veranstaltet sogenannte Barcamps in Köln. Diese "Unkonferenzen" sind eine Weiterentwicklung des World-Wide-Web-Gedankens: Menschen sollen sich in einer offenen Umgebung austauschen und voneinander lernen können. Bislang finden sich die Anhänger dieser Veranstaltungen vor allem in der Internetgemeinde und der Bloggerszene. In den USA, dem Ursprungsland der Bewegung, entdecken inzwischen auch andere Kreise die Spontitreffs: Dort gibt es bereits Artcamps, auf denen sich Kunstinteressierte austauschen, Weincamps für Weinliebhaber und Lawcamps für Juristen.