Wo der Fachkräftemangel sich zeigt
Eine aktuelle Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) belegt, dass Kreuders Problem keine Ausnahme ist. Aktuell geben 32 Prozent der Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern an, der Fachkräftemangel bedrohe den eigenen wirtschaftlichen Erfolg. Anfang 2010 waren erst 16 Prozent der mittelständischen Unternehmen dieser Ansicht.
Schrumpfende Personalressourcen
Auch der Blick in die Zukunft ist alles andere als rosig. Aktuelle Untersuchungen des Instituts für Arbeitsmarkt und Betriebsforschung (IAB) zeigen, wie die Zahl der Personen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, schrumpft. Danach wird die Zahl der Arbeitskräfte in Deutschland bis zum Jahr 2025 allein durch den demografischen Wandel um 6,5 Millionen Personen sinken.
Viele Mittelständler wollen dem nicht tatenlos zusehen. Sie möchten auch dann noch Stellen besetzen können, wenn sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter verschlechtert. Deshalb stellen sie sich in Schulen als attraktive Ausbildungsbetriebe vor und bilden eigene Mitarbeiter zu Spezialisten weiter. So auch Bauunternehmer Kreuder: Er hat längst erkannt, dass er mit potenziellen Auszubildenden früh in Kontakt treten muss und macht sich deshalb regelmäßig auf den Weg in umliegende Schulen. Er stellt Abschlussklassen sein Unternehmen vor, erläutert Berufsaussichten und beantwortet Fragen der Schüler. "Vielen ist nicht bewusst, dass sie bei uns große Aufstiegschancen haben", sagt Kreuder.