Es ist noch nicht lange her, da gingen Krisenfirmen weg wie warme Semmeln. Beispiel Nici: Der Spielzeughersteller musste 2006 nach einem Fehlschlag mit dem WM-Maskottchen Goleo Insolvenz anmelden. Obwohl dabei Bilanzfälschung aufgedeckt wurde, schlugen sich die Investoren um Nici, mehr als 20 reichten Gebote ein. Strategic Value Partners (SVP) erhielt den Zuschlag, für abenteuerliche 40 Mio. Euro. "Heute könnte man von Nici wahrscheinlich nur noch die Marke verkaufen", sagt ein Brancheninsider. "Der Rest würde abgewickelt."
In den vergangenen Jahren sind viele Problemfirmen wie Nici in den Händen von "Distressed"-Investoren, sogenannten Geierfonds, gelandet - meist zu überteuerten Preisen. "Es gibt kaum erfolgreiche Deals", klagt ein Manager eines großen Investors. Die Szene kam vor fünf Jahren in Goldgräberstimmung nach Deutschland: US-Fonds wie Cerberus, Oaktree oder SVP bauten deutsche Teams auf, ebenso Investmentbanken, darunter die Deutsche Bank London, Morgan Stanley und Goldman Sachs.
Sie alle kauften Kredite angeschlagener Firmen, trotzten teilweise damit Eigentümern deren Anteile ab. Ihr Plan: die Firmen zu restrukturieren und nach zwei, drei Jahren wieder zu verkaufen - mit 20 bis 30 Prozent Rendite oder mehr. Dies ist gründlich misslungen. Viele Unternehmen, auf denen die Branche noch sitzt, wären derzeit kaum verkäuflich. Beispiele sind Kiekert, Schefenacker, HP Pelzer, Treofan, Securlog (früher: Heros), Kunert und Märklin. Nur bei Wohn- und anderen Immobilien konnten sie öfter Ausstiege realisieren.