Bilderserie
Bilderserie: Chinas PR-Desaster
Ménard weiß, wie man Meinung macht. Seit 23 Jahren führen die Reporter ohne Grenzen internationale Kampagnen für die Pressefreiheit, meist gegen Dritte-Welt-Regime wie die Kubas, Venezuelas oder Algeriens. Sie unterstützen bedrohte Journalisten wie den chinesischen Dissidenten Hu Jia - verbal und oft auch finanziell. Und sie veröffentlichen jährlich einen Report über die globale Lage der Pressefreiheit.
Die Finanzierung der Organisation sorgt immer wieder für Diskussionen über ihre Unabhängigkeit. Zu den Spendern gehören nicht nur Wirtschaftskonzerne wie Sanofi-Aventis oder Benetton, sondern auch politische Verbände wie das National Endowment for Democracy - eine Organisation, die dem US-Außenministerium untersteht. Ronald Reagan hatte sie 1983 gegründet, mit dem erklärten Ziel, den Kommunismus zu bekämpfen.
Dabei war Ménard selbst früher Kommunist: Trotzkist, um genau zu sein. Bis 1979 ging er für die linksextreme Ligue Communiste Révolutionnaire auf die Straße. Parallel dazu stiftete er als Betreiber eines Piratenradiosenders Unruhe.
Mit dem Staat hat sich Ménard mittlerweile arrangiert. Am Sonntag vor zwei Wochen gab der Élysée-Palast bekannt, man werde ihn zum Ritter der Ehrenlegion schlagen. Ménard erfuhr davon in Griechenland: Er war gerade auf dem Weg nach Olympia.
Mittwochnachmittag wird die Fackel durch San Francisco getragen, und auch Ménard ist mit vor Ort. "Wir werden der Flamme folgen", hat er nebulös angekündigt. Die Chinesen müssen wieder zittern.