Die
HRE konnte Anfang Oktober nur durch ein von Bund und Banken eilig geschnürtes Rettungspaket vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Der Dax-Konzern hatte als erste Privatbank Garantieleistungen des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung beantragt. Darüber hinaus kündigte der Immobilienfinanzierer an, eine "weiter gehende, umfassende Unterstützung des Fonds - einschließlich etwaiger Kapitalmaßnahmen" in Anspruch nehmen zu wollen.
Infolge der schweren Krise trat neben Chefaufseher Viermetz auch Vorstandschef
Georg Funke ab. Die neue operative Führung steht inzwischen weitestgehend. Vorstandsvorsitzender ist Axel Wieandt, 41, vorher Strategiechef der
Deutschen Bank , die einen maßgeblichen Beitrag zur Rettung der HRE leistete. Das Liquiditätsmanagement führt Kai Wilhelm Franzmeyer, 44. Für das Tagesgeschäft verantwortlich ist Frank Krings, 36, der wie Wieandt von der Deutschen Bank kommt.
Endres gilt als unbequemer Zeitgenosse. "Das ist ein unruhiger Geist, der mitunter sehr auf die Nerven gehen kann, doch so jemand dürfte der Hypo in dieser Zeit guttun", sagt ein Banker, der ihn gut kennt. Bisweilen neige der Jurist aber zur Besserwisserei, meint der Banker weiter.
Endres' Verdienste für die Deutsche Bank sind unbestritten. Im Vorstand war er für den Aufbau des Geschäfts in Zentraleuropa verantwortlich, neben seinen Hauptressorts Informationstechnik, Immobilien und Transaction Services. Vor allem das Hypothekengeschäft hat er damals bei dem Bankprimus entscheidend vorangebracht.
Den Vorsitz des HRE-Aufsichtsrats hat nach dem Viermetz-Rücktritt übergangsweise der frühere
Schering -Finanzvorstand Klaus Pohle, 70, übernommen.