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Merken   Drucken   18.01.2012, 06:00 Schriftgröße: AAA

Schlagfertigkeit: Selbstverteidigung mit Worten

Wer schlagfertig kontert, geht aus einer verbalen Attacke als souveräner Gewinner hervor. Oft fällt einem die passende Antwort aber erst viel später ein. Die richtige Vorbereitung macht es dennoch möglich, spontan zu reagieren.
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Wer schlagfertig kontert, geht aus einer verbalen Attacke als souveräner Gewinner hervor. Oft fällt einem die passende Antwort aber erst viel später ein. Die richtige Vorbereitung macht es dennoch möglich, spontan zu reagieren. von Anette Rößler (business-wissen.de) 
Den meisten wurde es von klein auf beigebracht und für viele ist es eine bewährte Methode. Im Fußball genauso wie in der Politik. Wer attackiert wird, verteidigt sich, denn Angriff ist die beste Verteidigung - heißt es. Und wenn wir mit dummen Sprüchen, Beleidigungen, Killerphrasen, provokativen Fragen oder einer unsachlichen Kritik konfrontiert werden, wollen wir uns verteidigen. Nur wie? Ein rhetorisches Mittel ist die Schlagfertigkeit. Das Problem: Verbale Attacken treffen uns unvorbereitet im Privat- oder Berufsalltag. Eine passende Antwort fällt oft erst viel später ein. Deshalb nehmen sich viele vor, bei der nächsten Gelegenheit schlagfertiger zu reagieren.
Stichwort
Schlagfertigkeit ist die Fähigkeit, sprachlich schnell und treffend auf unvorhergesehene Situationen zu reagieren. Das Wort stammt aus dem Militär-Jargon, wo die Schlagfertigkeit einer Armee ihre Bereitschaft zum sofortigen Einsatz bedeutet.
Killerphrasen sind allgemeine, unsachliche Aussagen oder Fragen wie "Was verstehen Sie schon davon?" oder "Sie haben doch gar keine Ahnung!" Mehr dazu: Diskussion: Keine Angst vor Killerphrasen
Wer schlagfertig ist, ist durchsetzungsfähig
Schlagfertig ist, wer in einer Diskussion, im Meeting, während einer Präsentation oder im Bewerbungsgespräch spontan und wendig kontert. Diejenigen, die ihren Standpunkt gegenüber verbalen Angriffen auf diese Art verteidigen, stoppen Verbalattacken, bevor ein Konflikt daraus entsteht. Angreifer stehen dann selbst in schlechtem Licht da, während die Verteidiger souverän, selbstsicher und durchsetzungsfähig wirken. So ist es auch zu erklären, weshalb schlagfertige Menschen mit ihren treffenden, oft witzigen Bemerkungen gut ankommen. Der britische Premierminister Winston Churchill war zum Beispiel für seine sprachlichen Reaktionen bekannt.
 
Bei einer Abendgesellschaft wurde Winston Churchill von einer ihm unbekannten Dame angegangen "Wenn ich Ihre Frau wäre, würde ich Ihnen Gift in den Kaffee schütten." Churchill antwortete "Und wenn ich Ihr Mann wäre, würde ich ihn trinken."

In einer anderen Situation konterte Churchill angeblich so:

Auf die schriftliche Einladung des Sozialisten George Bernhard Shaw zu seiner Theaterpremiere "Bringen Sie einen Freund mit, wenn Sie noch einen haben." erwiderte Churchill in einem Brief "Leider bin ich an dem Abend parlamentarisch gebunden. Ich würde aber gerne zur zweiten Vorstellung kommen - falls es noch eine gibt."

Teil 2: Schlagfertigkeit ist ein Talent

  • FTD.de, 18.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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