Muss Prozess fürchten: Johannes Feldmayer
Feldmayer war 2003 in den Siemens-Vorstand aufgerückt und zählte zu den Kronprinzen des damaligen Konzernchefs
Heinrich von Pierer . Nach seiner Inhaftierung im März 2007 stellte ihn Siemens frei, bis er im September endgültig aus dem Vorstand ausschied. Der Manager gehört noch dem Aufsichtsrat der ehemaligen Siemens-Chiptochter Infineon an und ist federführend bei deren Fusionsgesprächen.
Schelsky und Feldmayer haben jetzt sechs Wochen Zeit, sich zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft zu äußern. Dann muss das Landgericht entscheiden, ob es die Anklage zur Hauptverhandlung zulässt, und einen Termin für einen Prozess festlegen.
Auch im Skandal um schwarze Kassen in der Siemens-Telekommunikationssparte Com sowie weiteren Sparten zählt Feldmayer zu den Beschuldigten. In dieser Sache wird zudem gegen die Ex-Vorstände Neubürger, Thomas Ganswindt, Uriel Sharef und Volker Jung ermittelt. Siemens hat konzernweit 1,3 Mrd. Euro an dubiosen Zahlungen identifiziert, die meist für Bestechung im Ausland verwendet wurden. Derzeit läuft ein Prozess gegen einen Ex-Direktor der Com-Sparte.