Bernard L. Madoff
Der Fall zieht bereits Kreise weit über die Finanzwelt hinaus. Die US-Stiftung Robert I. Lappin Charitable Foundation gab den sofortigen Stopp aller Zahlungen bekannt. Sie unterstützt Bildungsprogramme in Israel und hatte ihr Kapital in der Hoffnung auf hohe Renditen bei Madoff angelegt. Und die Liste der betroffenen Privatpersonen ist mit einer beachtlichen Zahl US-Prominenter bestückt. Zu ihnen gehören etwa Fred Wilpon, Besitzer des New Yorker Baseballvereins Mets, oder Norman Braman, dem einst die Footballmannschaft Philadelphia Eagles gehörte.
Darüber hinaus hat eine noch unbekannte Zahl von internationalen Banken Madoff Kapital anvertraut. Dazu zählen laut "Wall Street Journal" BNP Paribas, Nomura Holdings aus Japan und die Neue Privat Bank aus der Schweiz. Auch die Schweizer Privatbank Benedict Hentsch gehört zu den potenziellen Opfern; laut Schweizer Medienberichten zudem die Union Bancaire Privée. Dem Vernehmen nach sollen zudem Herald-Fonds der Wiener Bank Medici betroffen sein. Medici-Manager Andreas Schindler: "Wir können derzeit nichts dazu sagen. Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Stellungnahme." Herald verwaltet ein Volumen von rund 1,8 Mrd. $. Auch die österreichische Fondsgesellschaft Primeo, eine Unicredit-Tochter, legte ihr Geld bei Madoff an.
Aus Kreisen der österreichischen Finanzmarktaufsicht heißt es, noch sei es zu früh, die Auswirkungen des Falls auf die Banken des Landes abschätzen zu können. Allerdings dürfte der Skandal das ohnehin beschädigte Vertrauen in die Finanzbranche weltweit dauerhaft erschüttern. "Dieser Vorfall wird den Nerv der Investoren treffen, mit langwierigen Auswirkungen", sagte Anirvan Banerji vom Economic Cycle Research Institute.