Geschäftssinn überwiegt
Die Lobbyisten für Alkohol, Tabak und Schusswaffen nennen in der Filmsatire "Thank You for Smoking" ihren Stammtisch "Tödlich, aber gut". Bei ihren Treffen wetteifern sie darum, welche Branche die meisten Toten zu verantworten hat. Sieger in diesem Vergleich ist der Tabaklobbyist Nick Naylor. So viel Zynismus können sich Alkohol- und Zigarettenhersteller in der Wirklichkeit längst nicht mehr leisten.
Anleger und Investoren achten immer mehr darauf, wem sie ihr Geld geben, und auch die Konsumenten sind wachsamer geworden. Skandale wegen Umweltsünden oder Kinderarbeit können Umsatzeinbußen und Imageschäden bedeuten.
Immer mehr Unternehmen bemühen sich deshalb darum, sich als sozial verantwortlich handelnder Teil der Gesellschaft darzustellen. Für dieses Handeln, das über die reine Geschäftstätigkeit hinausgeht, hat sich die Bezeichnung Corporate Social Responsibility (CSR) eingebürgert.
Schwierig ist CSR für Firmen, deren Produkte selbst im Visier einer kritischen Öffentlichkeit stehen: Zigarettenhersteller, Schnapsbrenner und Wettbüros stehen ganz oben auf der schwarzen Liste der Jugendschützer.
"Für Firmen, deren Produkte gesundheitsschädlich sind, ist es schwieriger, glaubwürdiges gesellschaftliches Engagement zu zeigen", sagt Norbert Taubken, von der Hamburger Beratungsfirma CSR Consult.