Auf Ex-Kanzler Gerhard Schröder kommt eine Menge Arbeit zu
Doch die Atmosphäre zwischen den beiden Parteien ist aufgrund der jeweiligen Finanznöte inzwischen so vergiftet, dass sich der Jurist schon vorher zu einem Machtwort genötigt sah. Jetzt hofft er, dass das zumindest einige Tage hält. Schröder will wie geplant mit Frau und Kindern Weihnachtsurlaub machen und je nach Wetter ein paar Tage in seiner Wohnung auf der Nordseeinsel Borkum verbringen.
Wenn der Machtkampf beider Seiten, der mit der Investorenvereinbarung eigentlich beendet werden sollte, sich nicht legt, wäre der versierte Politiker ein mächtiges Problem für Schaeffler. Schröder hat den Posten nicht angenommen, weil er sich langweilt, sondern aus "hannoverscher Solidarität", wie es in seiner Umgebung heißt. Gebeten hatte ihn der damalige Conti-Vorstandschef Manfred Wennemer, der nach der ersten Eskalationsphase im Sommer den Konzern allerdings verlassen hat.
Doch schon in seiner Zeit als Ministerpräsident pflegte Schröder enge Beziehungen zum Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg. Und traditionell eng verbunden ist er auch mit Hubertus Schmoldt und dessen in Hannover residierender Gewerkschaft BCE, der Hausgewerkschaft bei Continental.
Gerade die Gewerkschaft hat von Schaeffler weitreichende Zusagen in der Investorenvereinbarung errungen. So darf Schaeffler nicht ohne die Zustimmung des Conti-Vorstands Betriebsvereinbarungen kündigen oder Teilverkäufe durchdrücken. Sollte Schaeffler in den nächsten Jahren Aktienpakete weitergeben wollen, könnte Garant Schröder sogar einen Käufer benennen, dem der Vorzug gegeben werden müsste. Schröder hat darin Erfahrung: Als Ministerpräsident organisierte er in den 90er-Jahren eine Bietergemeinschaft, die half, Anteile von
Pirelli zurückzukaufen.