Merken
Drucken
24.12.2010, 07:00
Schriftgröße: AAA
Social Media:
Standleitung zum Kunden
Auch Mittelständler können von sozialen Plattformen im Internet profitieren. Zum Beispiel können sie viel über ihre Kunden erfahren. Doch wo ist der Nutzen am höchsten, wie setzt man die Ressourcen am besten ein?
von Lars Reppesgaard
Twittern, bloggen und auf Facebook mit Fans und Freunden in den Dialog treten, ist für Millionen Netznutzer inzwischen Alltag. Allein 12,7 Millionen Menschen in Deutschland haben sich bei Facebook angemeldet.
Gezwitscher: Verhaltenskodizes geben Tipps zur Nutzung von Social-Media-Diensten
Während Konzerne wie Adidas, Daimler oder TUI mittels Social-Media-Plattformen bereits intensiv mit jungen Zielgruppen kommunizieren, tun sich vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen noch schwer damit. "Welcher Kanal bringt mir am meisten Nutzen - und das bei vertretbarem Aufwand? Wo finde ich eigentlich meine Zielgruppe? Diese Fragen beschäftigen zwar auch die Marketingleiter oder Geschäftsführer im Mittelstand", sagt Christian Weber, der bei der Münchner Public Relations Agentur HBI für Social Media zuständig ist. "Allerdings fehlt ihnen einfach die Zeit, sich selbst mit den sozialen Netzwerken auseinanderzusetzen und eigene Erfahrungen aufzubauen. So überwiegen dann meist Berührungsängste und Skepsis."
Näher dran am Kunden
Einer, der seine Skepsis überwunden hat, ist René Bogislawski, Gründer des Lautsprecherherstellers BRS Connect Medien- und Systemtechnik in Marbach. "Man kann nicht näher am Endkonsumenten dran sein als über Social Media", sagt er.
Die Firma verkauft unter dem Markennamen Raikko kompakte Musiklautsprecher, die vor allem an mobile Anspielgeräte wie MP3-Player und Handys angeschlossen werden. Es sind Produkte, die zu den jungen, netzaffinen Nutzern von Facebook passen. Im Juni 2010 probierte die Firma deswegen zum ersten Mal das Netzwerk aus - inzwischen hat Raikko 2000 Fans. Diese erhalten nicht nur Produktmeldungen und Bilder vom Fotoshooting für die neue Werbekampagne. In Kooperation mit Bands wie den Donots verlost Raikko auch Lautsprecher und Konzerttickets.
Stets am Ball bleiben
Der Aufwand ist für das fünf Mitarbeiter große Unternehmen beträchtlich: Neben Bogislawski betreuen zwei weitere Angestellte das Facebook-Konto. "Man muss konsequent jeden Tag gucken, was es für Rückmeldungen gibt", sagt er. Seiner Ansicht nach lohnt es sich aber, die Zeit zu investieren. "Wir entwickeln ja für unsere Kunden und machen Produkte, die für Endkonsumenten gedacht sind", sagt Bogislawski. "Deswegen ist der direkte Draht sinnvoll. Wie viele Hersteller bringen Produkte auf den Markt, von denen sie nicht wissen, ob sie jemand annimmt?"
Die Interaktion mit den Fans über Facebook hilft BRS Connect, die Bedürfnisse potenzieller Lautsprecherkäufer zu erkennen. Beim Produktdesign werden diese Informationen genutzt, aber auch bei der Überarbeitung der Webseite. Hier konnten Interessierte über Facebook melden, was sie von dem Relaunch erwarten und welche Funktionen sie auf der Seite vermissen.
Teil 2: Welches Potenzial die Social-Media-Aktivitäten außerdem mitbringen.
-
FTD.de, 24.12.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
Bookmarken
Drucken
Senden
Leserbrief schreiben
Fehler melden