Steinmeier: Clement ist "kein Querulant"Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Frank-Walter Steinmeier stellte sich im "Spiegel" hinter Clement. Dieser sei kein Querulant, sondern ein Querdenker. "Dieses Attribut ist in unserer Partei sympathischerweise kein Schimpfwort." Nach internen Parteiunterlagen, die dem "Focus" vorliegen, hat der SPD-Unterbezirk Frankfurt den Parteiausschluss Clements selbst betrieben. Der Frankfurter Parteichef Gernot Grumbach, der als Ratgeber Ypsilantis gilt, sei im Parteiausschlussverfahren gegen Clement als einer von sieben Klägern aufgetreten. Ypsilanti sitzt für die Frankfurter SPD als Abgeordnete im Wiesbadener Landtag.
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Gerd Andres, früher parlamentarischer Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium unter Clement, sagte der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse", ein Parteiausschluss Clements würde für die SPD heftige Folgen haben: "Dann werden sich die Mitgliederverluste beschleunigen." Sollte das Bundesschiedsgericht der Partei den Ausschluss nicht stoppen, "bleibt von der SPD nur ein Trümmerhaufen", meinte Andres.
Manfred Güllner, Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, fordert SPD-Chef Kurt Beck in der "BZ am Sonntag" auf, sich vor Clement zu stellen. Er sei einer der beliebtesten Bundesminister gewesen, mit großer Bindekraft für die Wähler der Mitte. "Wenn man den aus der SPD wirft, verliert die SPD massiv Wählerstimmen." Beck hätte nach Ansicht Güllners eigentlich sagen müssen: "Wenn Nordrhein-Westfalen Clement ausschließt, nehmen wir ihn am nächsten Tag in Rheinland-Pfalz in die SPD wieder auf."