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Merken   Drucken   15.09.2007, 10:00 Schriftgröße: AAA

Stimmungs-Check für die Abteilung

Ein schwacher Draht zum Team kann Führungskräfte einen Teil ihres Erfolgs kosten. Denn Mitarbeiter, die sich von ihren Chefs missverstanden, nicht beachtet und wenig wertgeschätzt fühlen, sind alles andere als motiviert. Doch man kann die Stimmung im Team messen. von Sabine Meinert (Hamburg)
Analog zu Stimmungsbarometern aus der Wirtschaft wie Geschäftsklima-Index oder Verbraucherklima-Index haben die Hamburger Unternehmensberater von Lux & Lux die Team-Stimmung ins Visier genommen - mit dem Allgemeinen Klima-Index.
Diese Kenngröße soll helfen, die Atmosphäre in einer Abteilung zu analysieren. Dazu nutzt Lux & Lux eine computergestützte, internetbasierte Fragebogentechnik mit Auswertung durch einen Psychologen. Schwerpunkt der Befragung ist die Zufriedenheit mit der Führung. Aber auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen, die allgemeine Stimmung, Umgangsregeln und aktuelle Problemfelder werden je nach Unternehmen und Team individuell erfragt. Etwa 30 Minuten müssen die Teilnehmer für den Fragebogen einplanen.
Probleme werden sichtbar
Unternehmensberater Thomas W. Lux   Unternehmensberater Thomas W. Lux
"Die meisten Chefs sind unsicher, ob die Stimmung in ihrer Abteilung okay ist. Wir können herausfinden, ob bereits ein Problem vorliegt, ob die Motivation gerade kippt oder der Stimmungstrend - zum Beispiel nach einer Mediation - wieder nach oben zeigt", sagt Personalberater Thomas W. Lux.
Dazu werden die Kommunikation und der Informationsfluss erfasst. Eine große Rolle spielt zudem, wie mit Fehlern und Kritik umgegangen wird, wie es um das Vertrauen in Führung und Kollegen bestellt ist. Sympathien und Antipathien und der Zusammenhalt in einer Arbeitsgruppe sind ebenfalls von Bedeutung. Für Chefs eine wichtige Größe ist zudem, wie es um Engagement und Motivation bestellt ist. Auch die Themen Zielklarheit und Verantwortung werden durch den Allgemeinen Klima-Index erfragt.
Wie schlimm ist es?
"Häufig treten Führungskräfte an uns heran, wenn etwas Außergewöhnliches vorgefallen ist und offenbar wurde, es stimmt was nicht im Team - von Spannungen im Team über Cliquenbildung und Mobbing bis hin zu auftretenden Reibungsverlusten an der Schnittstelle zu anderen Abteilungen und Unternehmensbereichen", so Lux. "Dann stellt sich die Frage: Wie schlimm ist es?"
Hilft der Team-Stimmung: Wenn Chef und Mitarbeiter im Gespräch ...   Hilft der Team-Stimmung: Wenn Chef und Mitarbeiter im Gespräch bleiben
Auch ein Missverhältnis zwischen Selbst- und Fremdbild kann Störungen verursachen, ebenso wie eine "Führung aus der zweiten Reihe" - sprich: wenn ein Mitarbeiter die Aufgaben des Chefs ohne Delegierungsauftrag übernimmt. Häufig geht es auch um eine wenig stimmige Kundenansprache oder Motivationsdefizite im Team.
Die Angaben der Mitarbeiter aus den Fragebögen werden jeweils in Prozente gefasst. Ein Ergebnis unter 40 Prozent weist auf eine niedrige Bewertung hin. Sinkt beispielsweise der Wert für die Einschätzung des direkten Vorgesetzten unter diese Marke, dann offenbart er ein Problem. Optimal wäre ein Wert von 80 bis 100. "Wobei es immer nur eine Annäherung an Idealwerte geben kann", sagt Thomas W. Lux.
Entwicklung und Besonderheiten zeigen
Erhebt man den Allgemeinen Klima-Index in regelmäßigen Abständen, lässt sich auch die Wirksamkeit getroffener Entscheidungen und neuer Maßnahmen prüfen - soweit sie Stimmung und Unternehmenskultur betreffen. Und selbst wenn Mitarbeiter eher indirekt antworten oder versuchen, politisch korrekte Aussagen als ihre Meinung auszugeben, lässt sich das Problem mit dem Klimaindex herausfiltern, kann Lux aus Erfahrung bestätigen. Der Auftraggeber erhält in jedem Fall eine schriftliche Analyse und eine Handlungsempfehlung.
Klar ist, ein gutes Klima trägt entscheidend zum Erfolg eines Teams bei. Reibungspunkte können schneller und einfacher beseitigt werden, wenn sich die Kollegen verstehen. Kritik wird zum Ansporn, die Mitarbeiter identifizieren sich mit dem Unternehmen und ihrer Aufgabe - und arbeiten damit effizienter. Das wirkt sich auch auf den Umgang mit Kunden, Lieferanten oder Besuchern aus und prägt entscheidend das Image einer Firma.
"Mit dem Teamklima-Index können wir Besonderheiten aufzeigen und so Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen. Das ermöglicht es, Probleme zu minimieren und eine stetige Verbesserung der Prozesse im Unternehmen, der Abteilung, der Mitarbeitergruppe. Mit diesem Arbeitsmittel können Führungskräfte also dafür sorgen, dass ihr Team oder ihr Projekt das entscheidende Quäntchen vorn liegt", sagt Lux.
  • FTD.de, 15.09.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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