Bei der Untersuchung von vier Standortfaktoren in 15 OECD-Staaten kam die Bundesrepublik nur auf Rang elf, wie aus der am Mittwoch vorgestellten Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen hervorgeht.
"Deutschland ist für Familienunternehmen ein Hochsteuerland - mit der größten Regulierungsdichte belastet und schneidet auch im Vergleich der Arbeitskosten trotz der höheren Produktivität relativ schlecht ab", sagte ZEW-Studienleiter Friedrich Heinemann.
Analysiert wurden die Standortfaktoren Steuern, Arbeitskosten, Regulierung und Finanzierung. Dabei schnitten den Angaben zufolge Großbritannien, die USA und Irland am besten ab. Angesichts der Tatsache, dass die Familienunternehmen zunehmend zur Belebung des Arbeitsmarktes beitrügen, sei es umso unverständlicher, "dass die spezifischen Interessen und Bedürfnisse dieser Unternehmensgruppe in Politik und Öffentlichkeit so wenig Beachtung finden", sagte der Vorsitzende der Stiftung Familienunternehmen, Brun-Hagen Hennerkes.
Index soll jährlich veröffentlicht werden
Der Initiator der Studie sagte weiter: "Unser Länderindex ist einzigartig in seinem klaren Fokus auf Standortfaktoren, die von hoher Relevanz für bedeutende Familienunternehmen sind. Wir werden künftig die Studie als jährlichen Index weiterführen, um die Wirkung der deutschen Wirtschaftspolitik zu bewerten."
Das ZEW betrachtet für den neuen Index Familienunternehmen mit einem Jahresumsatz von 100 Mio. Euro. Die Stiftung Familienunternehmen versteht sich als überparteiliche Interessenvertretung für Familienunternehmer mit dem Ziel, den nachhaltigen Dialog mit Politikern zu fördern und für eine der volkswirtschaftlichen Bedeutung entsprechende öffentliche Wahrnehmung zu sorgen.
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