Erst Alan Greenspan - jetzt zeigt sich auch Ben Bernanke kleinlaut: Er habe die Auswirkungen der Hypothekenkrise auf die Finanzmärkte nicht richtig beurteilt, schreibt der Chef der US-Notenbank im "New Yorker".
"Ich und andere lagen mit der anfänglichen Einschätzung falsch, dass die Subprime-Krise begrenzt werden könnte", schreibt der Fed-Chef in einem Beitrag für die jüngste Ausgabe des Magazins "The New Yorker". Der ursächliche Zusammenhang zwischen dem Immobilienproblem und dem umfassenden Finanzsystem sei sehr komplex und schwer vorherzusagen, erklärte Ben Bernanke in dem Beitrag mit dem Titel "Anatomie einer Finanzkrise".
Mit dem Eingeständnis folgt Bernanke seinem Vorgänger. Der ehemalige Notenbankchef Alan Greenspan hatte eigene Fehler in der Finanzkrise bereits eingeräumt. Die hochkomplexen Kreditversicherungs-Geschäfte (Credit Default Swaps, CDS) nicht stärker zu regulieren, sei ein Fehler gewesen, hatte Greenspan im Oktober gesagt: "Ich habe falsch gelegen mit der Annahme, dass Organisationen - speziell Banken - aufgrund von Eigeninteresse ihre Aktionäre und ihr Firmenkapital am besten schützen können".
US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte die Finanzkrise unterschätzt
Ausgangspunkt der aktuellen weltweiten Finanzkrise waren geplatzte Hypothekenkredite in den USA. Jahrelang wurden dort Hypothekenkredite an Bauherren mit geringer Kreditwürdigkeit vergeben, sogenannte Subprime-Kredite. Diese Darlehen wurden oft von Kreditgebern in komplexen Finanzpaketen gebündelt und weiter verkauft.
Ab 2007 häuften sich Zahlungsausfälle - denn die US-Zinsen stiegen, aber die Immobilienpreise sanken. Baufinanzierer und Banken gerieten in Turbulenzen. Daraus folgte eine Vertrauenskrise unter Banken, die sich gegenseitig kein Geld mehr liehen - mit verheerenden Folgen für das gesamte Finanzmarktsystem.
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