Beim Herumexperimentieren entdecken Kinder ihr Interesse für Chemie, Physik oder Biologie
In einer Kindertagesstätte in Ludwigshafen lernen die Kleinen mit solchen Experimenten, dass sie von Luft umgeben sind. Aber die Tragweite solcher Übungen ist weit größer. Deutschlands Unternehmen versuchen mit allen Mitteln, ihr auf lange Sicht gravierendstes Problem zu lösen: den drastischen Mangel an qualifiziertem Personal.
Trotz Arbeitslosigkeit fehlen Fachkräfte
Trotz 7,6 Prozent Arbeitslosigkeit fehlen den Arbeitgebern in Europas größter Volkswirtschaft Mathematiker, Ingenieure, Elektrotechniker und andere qualifizierte Kräfte. Das bedroht Deutschlands Stellung als eine der stärksten Industrienationen der Welt.
2009 fehlten in deutschen Unternehmen mehr als 60.000 Fachkräfte mit einer technischen oder naturwissenschaftlichen Qualifikation, sagt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Angesichts der rapide zunehmenden Überalterung der Gesellschaft und dem mangelnden Interesse der Schüler und Studierenden an Naturwissenschaften dürfte sich das Problem drastisch verschärfen. Das Marktforschungsinstitut Prognos geht davon aus, dass bis 2030 rund 5,2 Millionen Fachkräfte fehlen. "Wir müssen deutlich mehr für Bildung und Forschung tun, sonst sieht es in Zukunft sehr düster aus", sagt Franz Fehrenbach, der Chef des deutschen Autozulieferers Bosch.
Krisenmanagement: Personal halten, um für den Aufschwung gerüstet zu sein
Das Problem ist so gravierend, dass viele Unternehmen ihr qualifiziertes Personal lieber durch die schlimmste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg geschleppt haben, als Gefahr zu laufen, nachher niemanden mehr zu finden.