FTD.de » Management + Karriere » Management » Summer School: Die Vertrauensfrage
  FTD-Serie: FT Summer School

Management-Wissen pur: Theorien und aktuelle Denkansätze, Entwicklungen in Lehre und Praxis, dazu populäre Thesen und was dahinter steckt. Alles erläutert von Professoren führender internationaler Business-Schulen.

Merken   Drucken   22.08.2005, 21:33 Schriftgröße: AAA

Summer School: Die Vertrauensfrage  

Auch in der vierten und letzen Woche schreiben Managementexperten über Gedankenansätze aus der Wissenschaft. Nach den Schwerpunkten Strategie, Marketing und Finanzen befassen sie sich diese Woche mit den Themen Menschen und Technologie. Diesmal: Ethik als Unternehmensziel. von John Plender und Avinash Persaud
Rund um die Welt werden Richtlinien zur Corporate Governance eingeführt, Ethik und Moral sind in der Unternehmenswelt keine Fremdbegriffe mehr. Doch was in der Theorie Fortschritte macht, zeigt in der Praxis noch keine Erfolge. Vorstandsgehälter und hohe Abfindungen werden weiterhin unabhängig von der Entwicklung der Aktienkurse vergeben. Unternehmensskandale wie bei Volkswagen oder Citigroup nehmen nicht ab. Warum?
Die Skandale sind die Folge des Versuchs, die eigenen Aktienkurse künstlich in die Höhe zu treiben. Schließlich wird ein großer Teil der Vorstandsgehälter in Aktienoptionen bezahlt. Hinzu kommt die Tatsache, dass Firmenchefs unter größerem Druck seitens der Fondsmanager und Analysten stehen, die angestrebten Zahlen zu erreichen.
Da also liegt die Krux: Alles drängt in eine Richtung, die ethisch korrektem Verhalten entgegenläuft.
Selbst die Vielzahl neuer Gesetze, wie etwa das vor drei Jahren in den USA verabschiedete Sarbanes-Oxley Act, kann nicht angemessen helfen. Zwar handelt es sich um Vorschriften zur Unternehmensführung und Berichterstattung. Doch bedeuten die Gesetze leider auch, dass richtiges Verhalten zur reinen Pflichtübung verkommt. Es wird auf einer Checkliste abgehakt und nicht selten lediglich als reines PR-Mittel eingesetzt.
Kodex häufig zu allgemein gehalten
Auch wenn man davon ausgeht, dass Unternehmen den Gesetzen folgen, sind Vorschriften noch keine Garantie für integres Verhalten. Ein Gesetz schreibt immer den kleinsten gemeinsamen Nenner fest und hinkt Veränderungen in Wirtschaft und Märkten hinterher.
Neben den allgemeinen Vorschriften und Richtlinien entscheiden sich Unternehmen oft auch dazu, ihre eigenen Verhaltensregeln zu definieren. Führungskräfte, die das vorhaben, delegieren die Gestaltung aber leider häufig an Dritte. Der Vorstand beruft in der Regel einen Ethikrat, und der Ethikrat wendet sich an externe Berater. In diesen Fällen wird der Kodex häufig zu allgemein gefasst. Manager und Mitarbeitern halten das Resultat für eine Zusammenfassung nichts sagender Phrasen. Es wird ignoriert.
Aber was bedeutet denn Ethik in der Unternehmenswelt überhaupt? Das Londoner Institute of Business Ethics nennt Offenheit, Gerechtigkeitsempfinden, Ehrlichkeit, Vertrauen und die Fähigkeit zuzuhören als die wichtigste Eigenschaften.
Diese Tugenden können auch wirtschaftliche Vorteile bringen. Schwindet etwa das Vertrauen, leidet das Geschäft. Die Teilnehmer müssen sich dann stärker auf Gesetze und Vorschriften verlassen. Und je mehr Transaktionen vertraglich abgesichert werden, desto umständlicher und teurer wird das Geschäft. Jeder Schritt muss verhandelt, vereinbart, festgeschrieben und umgesetzt werden.Wer von Anfang an auf Ehrlichkeit und Vertrauen setzt, spart Kosten.
  • Aus der FTD vom 23.08.2005
    © 2005 Financial Times Deutschland,
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
enable2start+Gründerszene
  • Neue Software: Die Orderbird-Kasse schwärmt aus

    Orderbird erweitert seine Kassen-App. Die neue Version verbindet alle Geräte eines Restaurants und fasst ihre Umsätze in einem einzigen Tagesbericht zusammen. Zur Belohnung fliegen die Gründer mit allen Mitarbeitern nach Portugal. mehr

  14.05. Wissenstest Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

NRW hat einen neuen Landtag gewählt. Das Land zwischen Rhein und Weser hat viele Eigen- und Besonderheiten. Was wissen Sie über das größte deutsche Bundesland?

Mit welchem Versprecher erlangte die WDR-Moderatorin Carmen Thomas zweifelhafte Berühmtheit?

Wissenstest: Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

Alle Tests

  24.05. Kopf des Tages Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister
Kopf des Tages: Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister

Der Fiat-Chef hat den kleinen Autokonzern durch die Fusion mit Chrysler vor dem Untergang gerettet. Doch das reicht nicht. Nun holt er auch noch Mazda dazu mehr

 



  •  
  • blättern
MANAGEMENT

mehr Management

GRÜNDUNG

mehr Gründung

RECHT + STEUERN

mehr Recht + Steuern

KARRIERE

mehr Karriere

BUSINESS ENGLISH

mehr Business English

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote