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  FTD-Serie: FT Summer School

Management-Wissen pur: Theorien und aktuelle Denkansätze, Entwicklungen in Lehre und Praxis, dazu populäre Thesen und was dahinter steckt. Alles erläutert von Professoren führender internationaler Business-Schulen.

Merken   Drucken   25.08.2005, 18:42 Schriftgröße: AAA

Summer School: Einer von vielen  

Das ist der Abschlusstag der FTD-Summer-School. In einem 20-tägigen-Kursus haben Managementexperten über neue und alte Gedankenansätze aus der Wissenschaft berichtet. Zum Abschluss geht es um die Herausforderungen des virtuellen Managements. von Edward Lawler und Jay Conger
Sonntag, sieben Uhr morgens, in New York. Das zehnköpfige Führungsteam eines großen Computerdienstleisters trifft sich erstmals seit vier Monaten. Sieben von ihnen kamen aus den verschiedensten Winkeln der USA angereist, einer aus England und zwei aus Indien. Sie sehen sich selten, und doch sind die zehn ein festes Team - dank Email, Telefon und Videokonferenzen.
In einer globalen Welt sitzen nicht mehr alle Führungskräfte eines Unternehmens am selben Ort. Die verschiedenen Kommunikationsmittel richtig einzusetzen wird zur neuen Herausforderung. Was bedeutet das für das Management von morgen? Welche Stärken brauchen Führungskräfte, um in den neue Strukturen erfolgreich zu sein?
In erster Linie geht es um die Fähigkeit, effektiv zu delegieren. Es geht aber auch um eine neue Form virtuellen Managements, um Management ohne Autorität, um kollektive Führung und eine wachsende Bedeutung von Netzwerken:
Virtuelles Management Manager sind immer häufiger geografisch von ihren Teams getrennt. Daher müssen sie lernen, virtuell zu führen. Es geht nicht mehr darum, einen Kollegen spontan zu einer Besprechung zu bitten. Stattdessen müssen sich Manager heute besonders auf die ergebnisrelevanten Prozesse konzentrieren. Die Manager müssen gleich zu Beginn eines Projekts klare Vorstellung über den Prozessablauf haben und diese kommunizieren. Über die tägliche Entwicklung in ihren Teams haben sie keinen Überblick mehr.
Sie müssen wissen, wann und wie sie die verschiedenen Kommunikationsmittel einsetzen. Telefon- oder Videokonferenz? E-Mail oder das persönliche Gespräch? Der Computerspezialist IBM beispielsweise arbeitet in Teams, die ein neues Projekt immer mit einem ausführlichen persönlichen Treffen beginnen. Erst wenn die Beziehungen im Team etabliert sind, verlassen sie sich auch auf E-Mails und andere moderne Kommunikationsmittel.
Wenn aber ein kritischer Termin naht oder Probleme auftreten, sind Besprechungen von Angesicht zu Angesicht unverzichtbar.
Management ohne Autorität Flache Hierarchien haben sich mittlerweile als die effektivsten erwiesen. Moderne Organisationen sind in viele kleine Teams aufgeteilt, die eigenverantwortlich arbeiten. Die Manager von heute haben deshalb oft keine richtige Autorität mehr. Um ihre Mitarbeiter aber dennoch zu beeinflussen, brauchen sie besonders gut ausgeprägte zwischenmenschliche Fähigkeiten.
Sie müssen inhaltlich überzeugen, inspirieren, Hilfe leisten und Koalitionen aufbauen. Letztlich geht es darum, die Unternehmensziele mit den Vorstellungen der beteiligten Mitarbeiter zu vereinen. Der Manager von heute wird zum Vermittler zwischen der Zentrale und seiner Mannschaft.
  • Aus der FTD vom 26.08.2005
    © 2005 Financial Times Deutschland,
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