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  FTD-Serie: Supply Chain Management

Wer im weltweiten Wettbewerb bestehen will, muss seine Liefer- und Produktionsprozesse optimal aufeinander abstimmen, damit Kosten und Qualität stimmen. Die Strategien und die nötige Technik dazu bietet ihm Supply Chain Management. In unserer Serie zeigen wir, wie dies funktioniert, und stellen erfolgreiche Beispiele vor.

Merken   Drucken   24.11.2008, 10:00 Schriftgröße: AAA

Supply Chain Management: Gegossen in Brasilien, gefräst in China, eingebaut in Köln

Die globalen Produktionsnetze werden immer komplexer. Die Unternehmen wählen unterschiedliche Strategien, um sie zu managen. von Christiane Kühl
Rote Rohlinge aus Brasilien laufen in der Fabrikhalle im nordchinesischen Dalian über das Förderband zum Fräsen. Sie sind Bestandteil für Kurbelgehäuse von Motoren der Deutz AG, die von hier aus nach Köln gebracht werden. Seit 2007 hat die Deutz AG ein Joint-Venture-Motorenwerk in Dalian - auch weil die Kapazitäten in Köln erschöpft waren.
Es sei nicht unbedingt billiger, die Gehäuse in China herzustellen, sagt Thomas Ilgner aus der Entwicklungsabteilung des Unternehmens. Doch in Köln hätte es zwei Jahre gedauert, bis die Kapazitäten aufgebaut gewesen wären.
Kapazitäten, Kosten, Nähe zum globalen Absatzmarkt: Unternehmen haben viele Gründe, Produktion und Teilekauf ins Ausland zu verlagern. Kaum eines hat heute die gesamte Produktion daheim am Hauptquartier. Laptops werden in Industrienationen entwickelt und in China zusammengebaut - aus Komponenten taiwanischer, chinesischer und japanischer Produzenten.
Der Vorteil
Effizientes Management der Lieferketten trägt heute entscheidend zum Erfolg bei. "Der Einkauf entwickelt sich von einer reinen Transaktionsdisziplin zur strategischen Disziplin", stellt eine Studie der Unternehmensberatung Capgemini fest.
Die Strategien unterscheiden sich. In Sektoren wie Automobil oder Medizintechnik suchen viele Firmen große Teilelieferanten und übertragen ihnen die Verantwortung für die Lieferkette. Globale Unternehmen haben mehrere Dutzend dieser Kernlieferanten in aller Welt.
Der Vorteil: Sie kommen mit einer geringeren Fertigungstiefe aus. Doch diese Strategie berge das Risiko, an Innovationskraft zu verlieren, sagt Silke Mayer, Vizepräsidentin von Drozak Consulting in Schanghai.
China bleibt Zulieferer Nummer eins   China bleibt Zulieferer Nummer eins
Das entscheidende Know-how
Denn oft seien es kleinere Firmen am Ende der Kette, die in ihren Nischen Forschung und Entwicklung vorantrieben. Alternativ bauen Unternehmen eigene Lieferantennetzwerke auf, die sie selbst kontrollieren. Doch das ist mehr Arbeit: Zu den Lieferanten in fernen Ländern müssen Geschäftsbeziehungen gepflegt werden. Mitarbeiter der Lieferfirmen müssen oft systematisch ausgebildet werden, um die Bedürfnisse des Kunden zu verstehen.
Keineswegs sollten Kernkompetenzen ausgelagert werden, empfiehlt Jürgen Marquard, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME).
"Das entscheidende Know-how muss im Unternehmen verbleiben." Bei einfacheren Zulieferungen aber böte der externe Bezug oft entscheidende Preisvorteile. Davon profitiere auch das Heimatwerk, so Marquard. "Denn gesunden Firmen fällt es leichter, einen signifikanten Teil der Produktion in Deutschland zu halten."

Teil 2: Die Vernachlässigung der Kostenfaktoren

  • FTD.de, 24.11.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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