Auf der Suche nach dem besten LieferantenVor fünf Jahren schufen die Bonner einen zentralen Konzerneinkauf. Er definiert die Beschaffungsstrategie und die Spezifikationen für die einzelnen Produkte, die eingekauft werden. Die regionalen Einkäufer spielen aber weiterhin eine große Rolle, denn sie kennen die lokalen Gegebenheiten und können Lieferanten auf den Zahn fühlen.
"Wir suchen weltweit nach dem besten Lieferanten", sagt Eckseler. "Wir achten aber nicht nur darauf, dass sie qualitativ gute Arbeit machen, sondern wir schauen auch, woher sie, zum Beispiel bei der Textilherstellung, ihre Materialien beziehen. Gerade im Textilbereich sind die Lieferketten sehr komplex."
Diese Sorgfalt ist allerdings nicht überall üblich. Noch heute ist zu beobachten, wie ein Chefeinkäufer eines Unternehmens den größten Teil seiner Zeit damit verbringt, mit einem Lieferanten um Centbeträge zu feilschen. Dabei stellen globale Wertschöpfungsnetzwerke und strengere gesetzliche Auflagen die Einkaufsabteilungen vor neue Herausforderungen. Anders gesagt: Ohne die entsprechende Qualität nützt der niedrigste Einkaufspreis nichts.
Zwar haben etliche Unternehmen dieses Problem erkannt. Bei der Auswahl werden die Zulieferer dann streng geprüft. Ist ein Lieferant jedoch erst einmal im Zulieferpool, gerät die Qualitätssicherung oft in Vergessenheit. Dabei ist gerade die permanente Qualitätskontrolle entscheidend, damit die Lieferketten funktionieren - vor allem, wenn der Einkauf in Niedriglohnländern in die Supply Chain integriert ist.