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  FTD-Serie: Supply Chain Management

Wer im weltweiten Wettbewerb bestehen will, muss seine Liefer- und Produktionsprozesse optimal aufeinander abstimmen, damit Kosten und Qualität stimmen. Die Strategien und die nötige Technik dazu bietet ihm Supply Chain Management. In unserer Serie zeigen wir, wie dies funktioniert, und stellen erfolgreiche Beispiele vor.

Merken   Drucken   17.11.2008, 11:00 Schriftgröße: AAA

Supply Chain Management: Wenn die Lieferung stockt

Forscher arbeiten an der umfassenden Überwachung von Logistikketten. Funketiketten sagen den Experten jederzeit, wo die Ware sich befindet. von Sosthéne Evina
Rot, grün und gelb leuchten auf der Weltkarte einzelne Punkte auf: in Asien, Europa, Amerika. Immer wieder blinkt und tönt es. So machen Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund den Logistikfluss sichtbar. Modernes Logistikkino.
Unternehmen müssen heute Lieferströme über Kontinente und Zeitzonen beherrschen. "Ein Unternehmen muss die Gesamtkosten seiner Wertschöpfungskette erfassen können", erklärt Oliver Weirauch, Geschäftsführender Partner bei der Unternehmensberatung Droege & Comp. "Und es geht um Termine. Was soll man machen, wenn ein Schiff nicht rechtzeitig kommt?"
Das "Logistikkino" des Fraunhofer-Instituts soll Antworten geben, für die 3 Mio. Euro Fördergeld des Bundeswirtschaftsministeriums geflossen sind. Während der diesjährigen Intralogistik-Messe Cemat in Hannover haben die Experten ihr Projekt "LogNetAssist" vorgestellt, bei dem mithilfe von RFID-Technik Daten gesammelt und aufbereitet werden. Ein intelligentes Assistenzsystem steuert die Logistiknetzwerke.
Die Folgen einer Umstellung
Funketiketten (Radio Frequency Identification, RFID) gibt es seit die Metro Group 2004 erste Pilotprojekte gestartet hat. Mit den Minitranspondern sollen Logistiker jetzt jederzeit den Standort ihrer Waren innerhalb der Supply Chain orten können. "Das sorgt für Präzision im Logistiknetzwerk", sagt Experte Weirauch.
Mittlerweile leuchten auf der Fraunhofer-Leinwand rote Dioden auf: ein Warnsignal. André Alberti, der das Projekt begleitet hat, sagt: "Erkennt der Operator ein Problem bereits nur kurz nach seiner Entstehung, bestehen gute Chancen, die Produktion umzustellen und Ausfälle zu vermeiden." Das, sagt Unternehmensberater Weirauch, relativiert dann auch wieder die Kosten der RFID-Tags.
Die schlagen zwischen 0,50 Cent und 1 Euro pro Stück zu Buche, hinzu kommen die Kosten für Lesegeräte und Software. Ein Kaufhaus beispielsweise müsste all seine Artikel mit Tags ausstatten, Lesegeräte einführen und die Kassen mit Lesegerättechnik ausrüsten. Für die Software wären außerdem Fachleute nötig und Experten, die etwaige Störungen bewältigen können. Auch dürfe man die Kosten nicht vergessen, um das Personal umzuschulen, betont Weirauch.
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Eine bedeutende Hürde
Das vom Fraunhofer-Institut entwickelte Assistenzsystem ist in Pilotprojekten bei ,Bosch und Siemens Hausgeräte‘ und beim Nutzfahrzeug-Hersteller DaimlerChrysler längst im Einsatz. Es soll einen multimedialen Überblick über den Status einer Warenlieferung vermitteln. Axel Wagenitz, Experte beim Fraunhofer-Institut, beobachtet "einen Trend zur Vereinfachung von Abläufen" auch in der Logistik.
Bevor der vollständige Überblick über die Logistikkette Realität ist, gilt es aber, eine weitere, bedeutende Hürde zu nehmen. Ulrike Grünrock-Kern von der Bundesvereinigung Logistik (BVL) erklärt: "Es ist immer wieder erstaunlich zu hören, wie viel Logistik an der Kommunikation zwischen Abteilungen scheitert."
Dem pflichtet Fraunhofer-Experte Wagenitz bei: "Menschen denken stark an ihre Abteilung. Die Produktionsabteilung an die Auslastung der Produktion, der Einkauf an den günstigsten Zulieferer."

Teil 2: Wie die Verbindung der Bereiche funktioniert

  • FTD.de, 17.11.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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