Er sprach konkret von einem Minus im prozentual "unteren zweistelligen Bereich". Besonders Discounter wie Aldi und Lidl machen Tchibo zu schaffen; sie haben das Geschäftsmodell, wöchentlich neue Produkte zu einem bestimmten Thema auf den Markt zu bringen, kopiert - so erfolgreich, dass die Branche auf immensen Restposten sitzen bleibt. Deren Aufbewahrung ist teuer und schmälert den Gewinn. Tchibo will nun umsteuern und sich stärker auf das Kaffeegeschäft konzentrieren. Dieses trug 2005 knapp 30 Prozent des Umsatzes bei. In der Branche keimen indes Zweifel, ob Köhler die richtige Wahl für den Posten ist. Der 48-Jährige kennt zwar das Geschäft mit Lebensmitteln aus verschiedenen Vorstands- und Managementpositionen, etwa bei Masterfoods und Kraft Foods in Bremen.
"Hohe Erwartungen nicht erfüllt"
Bei Kraft führte er zwischen 2001 und 2002 das Kaffeegeschäft für Deutschland und Österreich - mit die wichtigsten Absatzmärkte für Tchibo. Dort war er verantwortlich für Marken wie Jacobs, Onko und Kaffee Hag. Seit Anfang 2004 verantwortet er beim niederländischen Konzern CSM-Food das Backwarengeschäft in Mittel- und Nordeuropa. Als Verantwortlicher für den Bereich Süßigkeiten bei Kraft habe er diesen Bereich zwar auf Rekordumsätze getrimmt, so ein Branchenkenner, gerade aber als Managing Director für Kaffee habe er "die hohen Erwartungen nicht erfüllt". Kraft hatte in Zeiten von Köhler einen Preiskrieg im Kaffeegeschäft angezettelt, um die Marktführerschaft zu halten. Mittlerweile ist Tchibo Primus im Kaffeegeschäft. "Jetzt könnte wieder der Kaffeekrieg ausbrechen", heißt es.
Abgesehen von seinen Managementqualitäten werden Köhler hohe soziale Kompetenzen nachgesagt: "Er ist ein absoluter Teamplayer", sagt ein Insider. Holding-Chef Ammer stärkt indes mit der Personalie seine eigene Position: Die beiden Manager sollen sich aus Ammers Zeit als Vorsitzender der Geschäftsführung beim Brauer Beck in Bremen persönlich gut kennen. "Das ist eine Entscheidung Ammers", so ein Branchenkenner.