"Rosolowska kennt als Polin den Markt genau und versteht die Mentalität der Osteuropäer", hieß es bei Tchibo. Sie sei weiblich und gleichzeitig tough, pflege dabei aber einen harmonischen Führungsstil. Die platinblonde Managerin blickt auf eine ungewöhnliche Karriere zurück: Zunächst studierte sie Pädagogik und Journalismus in Warschau. Danach arbeitete sie als Journalistin, später als Media-Manager. 1993 kam sie als Senior Brand Manager zur Tchibo-Tochter in Polen. Als Geschäftsführerin trug sie dort ihrem Arbeitgeber zufolge "maßgeblich zur bisher erfolgreichsten Auslandsinvestition des Unternehmens bei". Zurzeit erwirtschaftet Tchibo rund 25 Prozent des Umsatzes von 3,9 Mrd.Euro im Ausland.
Das Deutschlandgeschäft wird nun zur Chefsache bei Tchibo: Der bisherige Vorstandsprecher Markus Conrad übernimmt das neu geschaffene Amt des Vorstandsvorsitzenden und verantwortet außerdem ab sofort den Vertrieb in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Damit will Tchibo das Ruder wieder herumreißen", sagte ein Branchenexperte.
Der bisherige Vertriebsvorstand Dieter Werkhausen verlässt das Unternehmen. Er habe im Zusammenhang mit der Neuausrichtung um die Auflösung seines Vertrags gebeten, hieß es bei Tchibo. Sein Vorstandsposten fällt weg. Für ihn kommen Wolfgang Merkle, der als General Manager Retail unter anderem die Verantwortung für die deutschen Filialen übernimmt, sowie Önal Öncebe, der unter anderem den Vertrieb im deutschen Einzelhandel verantwortet. Beide unterstehen Conrad direkt.