FTD.de » Management + Karriere » Management » Dresdner-Bank-Chef kapituliert

Merken   Drucken   10.12.2008, 16:39 Schriftgröße: AAA

Übernahme durch Commerzbank: Dresdner-Bank-Chef kapituliert

Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter zieht sich zurück. Entgegen der ursprünglichen Planung wechselt der 55-Jährige nach der Übernahme seines Instituts durch die Commerzbank nicht in den Vorstand des vergrößerten Geldhauses. von Christine Mai (Frankfurt)
Vielmehr werde Walter mit dem vollständigen Erwerb der Bank durch den Konkurrenten im Januar seinen Posten als Chef der Dresdner Bank aufgeben, teilten beide Institute am Mittwoch mit. Walter wolle so "einen klaren und zügigeren Übergang der Verantwortlichkeiten ermöglichen". Seine für die Noch-Muttergesellschaft Allianz ausgeübten Aufsichtsratsmandate wird er aber weiter wahrnehmen.
Damit wird kein Topmanager der Dresdner Bank im Vorstand der Commerzbank vertreten sein. Walter wäre als Vertriebs- und Marketingvorstand der einzige gewesen, der diesen Sprung geschafft hat - was im Vorstand der Dresdner Bank großen Unmut ausgelöst hatte. Wegen fehlender Jobgarantien hatten sich die restlichen Mitglieder des Gremiums bis kurz vor der Vereinbarung der Übernahme gegen die Transaktion gewehrt.
Ein Grund für Walters Entscheidung dürfte die beschleunigte Übernahme sein. Die Commerzbank hatte sich kürzlich mit der Allianz auf einen schnelleren Abschluss geeinigt. Ursprünglich sollte dieser im zweiten Halbjahr 2009 erfolgen.
Kursinformationen und Charts
  Commerzbank 1,38 EUR  [-0.028 -1,99%
  Allianz 75,79 EUR  [0.33 +0,44%
Für den stets verbindlich auftretenden Walter endet nun zumindest vorläufig eine steile Karriere bei den deutschen Großbanken. Der Bayer machte sich zunächst bei der Deutschen Bank  einen Namen, wo er Chef der damaligen Privatkundensparte Deutsche Bank 24 wurde. Im Jahr 2003 wechselte der als ehrgeizig und detailversessen geltende Manager zur zuvor von der Allianz erworbenen Dresdner Bank  und wurde dort Vorstandschef. Jahrelang wurde das Institut immer wieder umgebaut; im Zuge der Finanzkrise musste die Bank zuletzt herbe Verluste hinnehmen.
Die Commerzbank  sichert sich nun Schlüsselpositionen bei der Dresdner Bank. Bis zur Verschmelzung der beiden Häuser wird Commerzbank-Chef Martin Blessing  auch Chef der Dresdner Bank sein. Die Commerzbank-Vorstände Achim Kassow und Markus Beumer ziehen ebenfalls in das Leitungsgremium ein. Bereits Ende November waren drei Commerzbank-Vorstände in das Führungsgremium der Dresdner Bank berufen worden. Die Dresdner-Bank-Manager Stefan Jentzsch, Andreas Georgi und Franz Herrlein scheiden dagegen mit der Übernahme aus.
Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller wird außerdem bis zur Verschmelzung auch Chefaufseher bei der Dresdner Bank. Der Dresdner-Aufsichtsrat soll über die Personalien am 22. Dezember entscheiden. Das Kontrollgremium der Commerzbank stimmte am Mittwoch in einer außerordentlichen Sitzung der beschleunigten Übernahme der Dresdner Bank zu.
17:59:07 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Commerzbank 1,38 EUR   -1,99%  -0.028
Allianz 75,79 EUR   +0,44%  0.33
  • FTD.de, 10.12.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
enable2start+Gründerszene
  • Neue Software: Die Orderbird-Kasse schwärmt aus

    Orderbird erweitert seine Kassen-App. Die neue Version verbindet alle Geräte eines Restaurants und fasst ihre Umsätze in einem einzigen Tagesbericht zusammen. Zur Belohnung fliegen die Gründer mit allen Mitarbeitern nach Portugal. mehr

  14.05. Wissenstest Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

NRW hat einen neuen Landtag gewählt. Das Land zwischen Rhein und Weser hat viele Eigen- und Besonderheiten. Was wissen Sie über das größte deutsche Bundesland?

Mit welchem Versprecher erlangte die WDR-Moderatorin Carmen Thomas zweifelhafte Berühmtheit?

Wissenstest: Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

Alle Tests

  24.05. Kopf des Tages Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister
Kopf des Tages: Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister

Der Fiat-Chef hat den kleinen Autokonzern durch die Fusion mit Chrysler vor dem Untergang gerettet. Doch das reicht nicht. Nun holt er auch noch Mazda dazu mehr

 



  •  
  • blättern
MANAGEMENT

mehr Management

GRÜNDUNG

mehr Gründung

RECHT + STEUERN

mehr Recht + Steuern

KARRIERE

mehr Karriere

BUSINESS ENGLISH

mehr Business English

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote