Yang scheint zu spüren, dass jede weitere Ablehnung der Microsoft-Avancen seiner Glaubwürdigkeit schadet. Er flüchtet sich ins Pathetische: "Ich blute Lila, und ich blute Yahoo", sagte Yang Ende Mai in Anspielung auf Yahoos Unternehmensfarbe während eines IT-Kongresses. Er sei die richtige Person, um den Turnaround und die nächste Wachstumswelle anzutreiben, beschwörte er die Anwesenden - die Crème de la Crème der Branche. Die Worte mögen kämpferisch geklungen haben. Tatsächlich aber wirkte Yang bei diesem Auftritt niedergeschlagen und wenig enthusiastisch - hatte er diese Form von Selbstmarketing nötig? Sollte Yang bald abtreten, wäre er gescheitert. Dabei gibt es erfolgreiche Beispiele, wie Gründer ihren Unternehmen neuen Schwung verleihen können. So kamen etwa Apple-Pionier Steve Jobs und der Computerbauer Michael Dell zurück, bewiesen erneut Mut und richteten ihre Unternehmen neu aus.
Apple wurde unter Jobs zu einer zweiten Erfolgsgeschichte. Der Manager überarbeitete die Produktpalette, mit dem iPod betrat er ein komplett neues Geschäftsfeld. Dell startete den PC-Verkauf über den Einzelhandel, obwohl er das Unternehmen mit dem Direktvertrieb groß gemacht hatte.
Yangs Kampf gegen Microsoft dürfte auch in Idaho auf Interesse stoßen. Eine unangenehme Begegnung bleibt Mr. Yahoo dabei erspart: Der gefürchtete Carl Icahn steht nicht auf der Gästeliste.