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Merken   Drucken   25.05.2005, 20:13 Schriftgröße: AAA

Unruhe in der Siemens-Com-Führung

Bei Siemens verlässt der erste Topmanager die vor Umbauten stehende Com-Sparte, in der das Kommunikationsgeschäft gebündelt ist: Anton Schaaf, als Chief Technology Officer im Bereichsvorstand von Com, wechselt in gleicher Funktion zum Siemens-Großkunden Deutsche Telekom. von Alexandra Borchardt, München
Anton Schaaf geht zur Telekom   Anton Schaaf geht zur Telekom
Er wird auf der neu geschaffenen Position neben dem ebenfalls am Mittwoch als Chief Information Officer berufenen Peter Thomas Sany von Mitte Juni an für Technologie und Innovation sowie für Forschung und Entwicklung verantwortlich sein.
Schaaf bleibt möglicherweise nicht der einzige Com-Manager, der Siemens  den Rücken kehrt. Denn um die Zukunft der gesamten Sparte herrscht derzeit großes Rätselraten. In der Branche wird erwartet, dass die angekündigte Abspaltung des Handygeschäfts nur ein erster Schritt zu einer grundlegenden Sanierung des Bereichs ist, der im abgelaufenen Quartal ein Minus von 19 Mio. Euro erwirtschaftet hatte.
Fachleute erwarten, dass am Ende nicht viel mehr übrig bleiben wird als das Geschäft mit Netzen. Entsprechend hoch ist derzeit die Wechselbereitschaft betroffener Manager.
Kursinformationen und Charts
  Siemens 68,58 EUR  [1.51 +2,25%
Tiefes Verständnis für Zusammenhänge
Bei Siemens ist man nicht unbedingt glücklich mit Schaafs Wechsel. "Es ist ein Verlust", heißt es dort. Schaaf sei mit seinem tiefen Verständnis für technische Zusammenhänge ein Vordenker gewesen, vor allem, wenn es um die Konvergenz, also die Zusammenführung verschiedener Kommunikationskanäle ging.
Der zurückhaltend wirkende, 51-jährige Niederländer wechselte 1987 von Philips zu Siemens. Ein Trostpflaster für die Münchner ist, dass Schaaf beim Großkunden Deutsche Telekom wohl ab und an ein gutes Wort für sie einlegen kann. Denn Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hatte erst kürzlich bemängelt, die Geschäfte mit den deutschen Großkunden ließen derzeit Wünsche offen.
Ein Glücksfall ist Schaafs Weggang dagegen für seinen Nachfolger, den Bereichsvorstandskollegen Thorsten Heins. Denn Heins ist bislang für das Mobiltelefongeschäft verantwortlich. Und wenn dieses ausgegründet wird und in eine Partnerschaft mit Minderheitsbeteiligung eingeht, hätte Heins seine Aufgabe verloren.
In der Branche und bei Mitarbeitern wird dies nicht unbedingt Jubel auslösen. Schon lange wird dort bemängelt, dass Siemens trotz des von Quartal zu Quartal desaströser werdenden Handygeschäfts noch keine einzige personelle Konsequenz gezogen hat.
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