Vor dem ersten Gespräch müssen die Ziele klar definiert sein
"Oft wissen die Berater gar nicht, wo die Reise hingehen soll", sagt Burkhard Jung. Der Chef der Berliner Firma CMS ist Sanierer, in den von ihm betreuten Firmen sieht er manchmal ganze Friedhöfe voll abgebrochener Beraterprojekte. Der Grund: Viele Einsätze würden mit unklaren Erwartungen begonnen. "Der Kunde benennt ein Vertriebsproblem, tatsächlich aber gibt es einen Kampf zwischen zwei Gesellschaftern", umreißt Jung ein Beispiel aus der langen Reihe gescheiterter Beratereinsätze, die er bei seinen Sanierungen vorfand.
Damit zeigt sich: Consulting ist wie Fliegen - der Start ist eine der gefährlichsten Phasen. "Was hier nicht richtig gemacht wird, hat oft fatale Folgen für den späteren Verlauf", sagt Wolfgang Eckert, der als Topmanager eines Industrieunternehmens und ehemaliger Berater beide Seiten kennt.
Was aber sollte der Kunde tun, um einen verkorksten Start zu vermeiden? "Sauber, durchdacht und ohne Zeitstress beginnen", rät Eva Manger-Wiemann, Partnerin bei Cardea: "Die Ziele und den Veränderungsbedarf klar herausarbeiten - und alles aufschreiben, bevor das erste Gespräch mit dem Berater geführt wird." Das ist zwar mühsam im gehetzten Managementalltag, aber es zahlt sich später aus.
Erst wenn die Aufgabe klar ist, sollte der Berater kontaktiert werden. Aber auch hier gibt es eine Vorsichtsregel. "Nicht einfach einen Berater anrufen, der alles verspricht und alles kann", warnt Industriemanager Eckert. Der Weg zum Haus- und Hofberater ist zwar leicht, birgt aber Risiken, weil der erste Kontakt selten die beste Lösung für die anstehende Aufgabe ist. Auch hier ist deshalb Zeiteinsatz die beste Investition in ein gelingendes Projekt. "Der Kunde sollte sich am Markt umschauen", empfiehlt Manger-Wiemann: "Welcher Berater ist für die Aufgabe qualifiziert? Welche Methoden werden angeboten? Welcher Berater passt von seiner Denkweise gut zu uns?" Anhand solcher Fragen sollte der Kunde die Consultinggesellschaft auswählen.