FTD.de » Management + Karriere » Management » Kunden wollen mehr als schöne Worte

Merken   Drucken   10.11.2010, 12:16 Schriftgröße: AAA

Unternehmensberatung: Kunden wollen mehr als schöne Worte

Mit wolkigen Ratschlägen können Berater nicht mehr punkten. Seit der Krise wollen Unternehmer von ihren Beratern nicht nur wissen, was ihr Ziel ist, sondern auch, wie sie dort hin gelangen.
Ein beliebter Witz über Unternehmensberater geht so: Einige Mäuse, die unter den Attacken einer Katze leiden, schicken eine Abordnung zu einem weisen Uhu. Er soll ihnen sagen, wie sie sich schützen können. Der Uhu denkt nach und rät: "Bindet der Katze eine Glocke um, dann hört ihr sie rechtzeitig kommen." Die Mäuse kehren euphorisch nach Hause zurück.
Da fragt eine Maus in die Runde: "Wie binden wir der Katze denn die Glocke um?" Die Delegation kehrt um, geht zum Uhu zurück und fragt ihn. Und bekommt die ungehaltene Antwort: "Ich habe euch die Lösung verraten. Um die Umsetzung müsst ihr euch selbst kümmern."
Eine Bankberaterin mit Kunden   Eine Bankberaterin mit Kunden
Der Witz entbehrt aus Sicht vieler Beraterkunden nicht einer gewissen Grundlage. In der Vergangenheit sahen Berater ihre Aufgabe oft darin, Probleme zu identifizieren und ein Konzept für deren Lösung zu entwickeln - an der Umsetzung waren sie vielfach nicht mehr beteiligt. Das ändert sich nun. Die Zeit der wolkigen Ratschläge ist offenbar vorbei, immer häufiger setzen Consultants handfeste Projekte um.
"Akademische Strategieberatung ohne konkreten Mehrwert ist beim Kunden nicht mehr gefragt", sagt Peter Funke, Vorstand der Düsseldorfer Unternehmensberatung SMP, die auf Wachstumsstrategien und Marketingberatung spezialisiert ist: "Es geht heute darum, anfassbare Konzepte zu liefern und an deren Umsetzung mitzuarbeiten, mit messbaren Ergebnissen."
Anlass für die neuen Kundenwünsche war die Wirtschaftskrise. Zwar hätten Kunden auch vorher schon verstärkt sichtbare Resultate verlangt, sagt Funke: "Aber die Krise hat diesen Trend verstärkt." Im vergangenen Jahr sparten viele Unternehmen an externer Beratung, legten große Strategieprojekte auf Eis und wollten von Consultants höchstens noch wissen, wie sie mit niedrigerem Budget ihre Leistung und Qualität konstant halten konnten.
Strategieprojekte werden kritischer geprüft
In der Folge sank der Umsatz der Beratungsbranche in Deutschland 2009 nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) um 3,1 Prozent auf 17,6 Mrd. Euro. Jetzt steigt die Nachfrage wieder, die Branche erwartet fürs laufende Jahr ein Umsatzplus von vier bis acht Prozent. Das Geld sitzt bei den Kunden allerdings nicht so locker wie vor der Krise. "Strategieprojekte werden kritischer geprüft", berichtet Funke. Während Abteilungsleiter früher Geld für kleinere Beratungsprojekte selbst freigeben durften, hat heute oft die Einkaufsabteilung das Sagen.
Viele Unternehmen sind zudem nicht mehr bereit, die hohen Tages- und Stundensätze der Berater zu zahlen. "Die Bezahlmodelle ändern sich", sagt Funke. Statt eines festen Tagessatzes zahlten Unternehmen jetzt häufiger eine Basisvergütung - plus eine Erfolgsvergütung, wenn der Consultant bestimmte Meilensteine erreicht. Bekommt ein Berater etwa den Auftrag, für seinen Kunden die Kosten im Einkauf zu senken, wird er auch danach bezahlt, wie hoch die Einsparungen letztlich ausfallen. Dieses Vergütungsmodell könne sich bei guter Arbeit für den Berater sogar mehr lohnen als ein Tagessatz, sagt Funke.

Teil 2: Spezialwissen ist gefragt

  • FTD.de, 10.11.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
enable2start+Gründerszene
  • Neue Software: Die Orderbird-Kasse schwärmt aus

    Orderbird erweitert seine Kassen-App. Die neue Version verbindet alle Geräte eines Restaurants und fasst ihre Umsätze in einem einzigen Tagesbericht zusammen. Zur Belohnung fliegen die Gründer mit allen Mitarbeitern nach Portugal. mehr

  14.05. Wissenstest Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

NRW hat einen neuen Landtag gewählt. Das Land zwischen Rhein und Weser hat viele Eigen- und Besonderheiten. Was wissen Sie über das größte deutsche Bundesland?

Mit welchem Versprecher erlangte die WDR-Moderatorin Carmen Thomas zweifelhafte Berühmtheit?

Wissenstest: Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

Alle Tests

  24.05. Kopf des Tages Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister
Kopf des Tages: Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister

Der Fiat-Chef hat den kleinen Autokonzern durch die Fusion mit Chrysler vor dem Untergang gerettet. Doch das reicht nicht. Nun holt er auch noch Mazda dazu mehr

 



  •  
  • blättern
MANAGEMENT

mehr Management

GRÜNDUNG

mehr Gründung

RECHT + STEUERN

mehr Recht + Steuern

KARRIERE

mehr Karriere

BUSINESS ENGLISH

mehr Business English

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote