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Merken   Drucken   16.11.2011, 06:00 Schriftgröße: AAA

Unternehmerstudie: Heuschrecken sind gar nicht so gierig

Umsatzsteigerungen um jeden Preis - diese Mentalität wird Investoren vorgeworfen. Doch eine Umfrage zeigt: Die Mehrheit bevorzugt solides Wachstum aus eigener Kraft. von Claus G. Schmalholz
Wie kann mein Unternehmen in den nächsten Jahren am besten wachsen? Die Frage, auf die jeder Unternehmer tagtäglich aufs Neue eine gute Antwort finden muss, hat Ronny Fürst, Direktor des Wiesbadener Instituts ICGrowth, in einer Umfrage namens "Growth Excellence 2011" jenen Experten gestellt, die sie fundiert beantworten können sollten: den Managern deutscher Private-Equity-Unternehmen.
Am liebsten neue Produkte entwickeln: Die wichtigsten ...   Am liebsten neue Produkte entwickeln: Die wichtigsten Wachstumsoptionen in den nächsten drei Jahren
Die müssen es wissen, schließlich basiert ihr Geschäft darauf, Anteile an dynamisch wachsenden Unternehmen zu kaufen, um sie später gewinnbringend weiterreichen zu können.
Der aussichtsreichste Wachstumspfad ist die Entwicklung neuer Produkte in bestehenden Märkten, glauben die Beteiligungsmanager. Das ist nicht gerade überraschend, aber durchaus plausibel, sagt Fürst: "Es ist ein Indiz dafür, dass die Investoren in diesen schwierigen Zeiten dazu raten, sich auf die eigenen Stärken zu fokussieren und das Innovationspotenzial des Unternehmens auf bekanntem Terrain auszuschöpfen."
Die Empfehlung der Beteiligungsmanager steht im Widerspruch zum Image der Private-Equity-Branche, der besonders unter Mittelständlern noch immer der Ruf anhaftet, Firmen entweder kaputtzusparen oder sie zu ungesunden Umsatzsteigerungen zu treiben. Stattdessen rät die Mehrzahl der befragten Manager aus den 320 Mitgliedsunternehmen des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zu wenig spektakulären Wachstumswegen.
Neben der Produktentwicklung sollten sich die Unternehmer um die Durchdringung in angestammten Märkten kümmern sowie die Diver­sifikation in neue Geschäftsfelder, so das Ergebnis der Umfrage. Allerdings, das zeigen die Antworten der Studie, die Fürst in Kooperation mit Armin Müller von Admetam Business Consultants erstellt hat, glauben die Beteiligungsmanager, dass sich die Unternehmer zu viel mit Wachstums­fragen beschäftigen, die sich allein um das organische Wachstum des Unternehmens drehen. Der Studie zufolge diskutieren Vorstände und Aufsichtsräte fast die Hälfte der Zeit in ihren Sitzungen über Wachstumsfragen.
Das ist zwar gut so, sagt Experte Fürst, "aber das operative Tages­geschäft dominiert zu stark die Themen in der Geschäftsleitung. Vielen Topmanagern fehlt die Disziplin, sich auch mit strategischen Themen externen Wachstums zu beschäftigen." Denn erst hinter dem Wachstum aus eigener Kraft rangieren die Themen Kooperationen (61 Prozent) sowie Fusionen und Zukäufe (60 Prozent).

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  • FTD.de, 16.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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