Am liebsten neue Produkte entwickeln: Die wichtigsten Wachstumsoptionen in den nächsten drei Jahren
Die müssen es wissen, schließlich basiert ihr Geschäft darauf, Anteile an dynamisch wachsenden Unternehmen zu kaufen, um sie später gewinnbringend weiterreichen zu können.
Der aussichtsreichste Wachstumspfad ist die Entwicklung neuer Produkte in bestehenden Märkten, glauben die Beteiligungsmanager. Das ist nicht gerade überraschend, aber durchaus plausibel, sagt Fürst: "Es ist ein Indiz dafür, dass die Investoren in diesen schwierigen Zeiten dazu raten, sich auf die eigenen Stärken zu fokussieren und das Innovationspotenzial des Unternehmens auf bekanntem Terrain auszuschöpfen."
Die Empfehlung der Beteiligungsmanager steht im Widerspruch zum Image der Private-Equity-Branche, der besonders unter Mittelständlern noch immer der Ruf anhaftet, Firmen entweder kaputtzusparen oder sie zu ungesunden Umsatzsteigerungen zu treiben. Stattdessen rät die Mehrzahl der befragten Manager aus den 320 Mitgliedsunternehmen des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zu wenig spektakulären Wachstumswegen.
Neben der Produktentwicklung sollten sich die Unternehmer um die Durchdringung in angestammten Märkten kümmern sowie die Diversifikation in neue Geschäftsfelder, so das Ergebnis der Umfrage. Allerdings, das zeigen die Antworten der Studie, die Fürst in Kooperation mit Armin Müller von Admetam Business Consultants erstellt hat, glauben die Beteiligungsmanager, dass sich die Unternehmer zu viel mit Wachstumsfragen beschäftigen, die sich allein um das organische Wachstum des Unternehmens drehen. Der Studie zufolge diskutieren Vorstände und Aufsichtsräte fast die Hälfte der Zeit in ihren Sitzungen über Wachstumsfragen.
Das ist zwar gut so, sagt Experte Fürst, "aber das operative Tagesgeschäft dominiert zu stark die Themen in der Geschäftsleitung. Vielen Topmanagern fehlt die Disziplin, sich auch mit strategischen Themen externen Wachstums zu beschäftigen." Denn erst hinter dem Wachstum aus eigener Kraft rangieren die Themen Kooperationen (61 Prozent) sowie Fusionen und Zukäufe (60 Prozent).