Jedes Unternehmen möchte über einen stabilen, zufriedenen und loyalen wie emotional gebunden Kundenstamm verfügen. Der im Idealfall in seiner Freizeit damit beschäftigt ist, in ihrem Bekanntenkreis positiv über die gewählte Marke einer Produktkategorie zu berichten. Darüber hinaus ist der eigene Markenkern klar definiert. Dieser liefert dem Konsumenten Orientierung und wird von ihm als attraktiv wahrgenommen. Dadurch wirkt die Marke auch auf bisherige Nichtnutzer attraktiv, so dass ein solides Wachstum des Kundenstammes durch Zugewinne von Nichtkunden gesichert ist. Ist all dies gewährleistet, kann guten Gewissens von einer starken Marke gesprochen werden. Soweit zur Wunschvorstellung.
Da auch in der Marktforschung die ultimative Glaskugel noch nicht erfunden ist, ist die Frage, wie aktuell starke und zukünftig erfolgreiche Marken identifiziert werden können und vor allem wie eine Marke gestärkt werden kann, durchaus nicht unumstritten. Aus unserer Sicht sind die Faktoren, die die Wahl einer Marke bestimmen, recht einfach und plausibel. Im Prinzip möchte jedes Individuum rein nach seinen Präferenzen entscheiden, die es bezüglich einer Produktkategorie hat. Dabei ist es zunächst einmal irrelevant ob dies bewusste oder unbewusste Präferenzen sind. Wer weiß schon genau, warum er ein Hilfiger Shirt einem ähnlichen Produkt von Lacoste vorzieht oder umgekehrt.
Was der Kunde kennt
Letztlich haben Konsumenten in jedem Markt mehr oder weniger stark ausgeprägte Präferenzen für bestimmte Marken, die das Kaufverhalten bestimmen. Jede Marke, die der Konsument kennt, ist mit einem individuellen Attraktivitätsgrad in seinem Bewusstsein verankert. Der Einfachheit halber bezeichnen wir dies als die "Power in the Mind" einer Marke. Im Prinzip bestimmt also allein diese Kraft darüber, welche Produkte und Marken wir kaufen wollen. Trotzdem fahren viele Menschen nicht ihr Traumauto und tragen nicht die Markenkleidung, die sie eigentlich bevorzugen. Der Grund dafür sind Marktfaktoren, welche die Markenwahl einschränken. Dazu zählen Aspekte wie Distribution, Produktangebot, Marktpräsenz und vor allem der Preis. Diese Faktoren bilden die "Power in the Market", welche die durch die "Power in the Mind" getriebene Markenwahl einschränkt.