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Merken   Drucken   19.09.2008, 11:44 Schriftgröße: AAA

US-Wahlkampf: McCain mobbt SEC-Chef

Der Wahlkampf hat die Finanzkrise voll erfasst: Präsidentschaftskandidat McCain würde den Chef der US-Börsenaufsicht entlassen - wenn er Präsident wäre. Amtsinhaber Bush stärkt Christopher Cox dagegen den Rücken.
Präsident George W. Bush habe weiterhin Vertrauen in Cox, sagte eine Sprecherin des Weißen Hauses. Der Präsident reagierte damit auf Äußerungen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain, der die Entlassung des SEC-Chefs in den Raum gestellt hatte. "Wäre ich heute Präsident, würde ich ihn entlassen", sagte er. Bush hatte den konservativen Republikaner Cox  vor drei Jahren ernannt.
Der Streit um den Chef der Börsenaufsicht ist für McCain eine willkommene Gelegenheit, sich im Wahlkampf von der Bush-Regierung abzusetzen. Sein demokratischer Kontrahent Barack Obama  versucht dagegen, McCain als verlängerten Arm des unpopulären Amtsinhabers darzustellen. Beide Präsidentschaftskandidaten versprechen dem Wahlvolk Reformen an der Wall Street, sollten sie gewählt werden.
SEC-Chef Christopher Cox: McCain macht ihn für die Krise ...   SEC-Chef Christopher Cox: McCain macht ihn für die Krise verantwortlich
Um sich keine Blöße zu geben, wettert McCain gegen die Misswirtschaft in der Finanzbranche, für die er SEC-Chef Cox mitverantwortlich macht. Die Börsenaufsicht habe Regeln geduldet, die Märkte in Kasinos verwandelt hätten, sagte McCain. Als Beispiel nannte er ungedeckte Leerverkäufe. "Das bedeutet ganz einfach, dass man Aktien verkaufen kann, die einem nicht einmal gehören."
McCain forderte auf Wahlkampftour im US-Bundesstaat Iowa die Gründung eines Treuhandfonds, der gemeinsam mit Behörden und Privatwirtschaft schwächelnde Finanzinstitutionen vor der Zahlungsunfähigkeit bewahren soll. Damit gäbe es dann ein geregeltes Verfahren für in Schwierigkeiten geratene Institutionen, um faule Kredite zu identifizieren und schließlich abzustoßen, sagte er.
In Umfragen wird dem Demokraten Obama bei der Bewältigung der Krise mehr vertraut als McCain. Der Republikaner trat in der Vergangenheit mehr als Deregulierer in Erscheinung. Obama zog daher eine direkte Verbindungslinie zwischen Bush und McCain. Am 4. November hätten die Wähler die Chance den gesamten republikanischen Apparat zu feuern, "der uns auf diesen desaströsen Weg geführt hat".
  • FTD.de, 19.09.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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