Auch in Deutschland wächst Lust auf Arbeit im Home Office
Und das virtuelle Unternehmen hat noch weitere Vorteile: keine politischen Ränkespiele im Büro, weniger Umweltbelastung, die Mitarbeiter können sich ihre Arbeit selbst einteilen und einen besseren Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit schaffen, und die Mitarbeiter sind produktiver, weil sie nicht ständig von Kollegen unterbrochen werden.
"Vor zwanzig Jahren wäre das technisch nicht möglich gewesen", sagt Scott-Moncrieff. Nicht nur für die Kommunikation ist moderne Technik erforderlich. Auch die Leistungsbewertung und das Spesenmanagement für die weit verstreuten Mitarbeiter wird erst durch moderne Technik möglich.
Fehlender Flurfunk, weniger Geselligkeit
Nachteile gibt es aber selbstverständlich auch. Den Mitarbeitern fehlt der Flurfunk, und sie verpassen viele inoffizielle Informationen, sagt der Psychologe Ben Williams. "Das kann sehr, sehr wichtig sein. Einige Dinge, wie Brainstorming, funktionieren einfach besser, wenn alle im selben Raum sind."
Außerdem gebe es sehr gesellige Menschen, die alleine einfach nicht arbeiten können. Stratigos bestätigt das, wenn sie sagt, dass zwei Beschäftigte mit der Begründung gekündigt haben, dass der virtuelle Arbeitsplatz einfach nichts für sie sei.
Fairerweise muss man sagen, dass virtuelle Unternehmen sich sehr um den Teamgeist bemühen und regelmäßig Treffen veranstalten. Aus geografischen Gründen ist das aber in mittelgroßen europäischen Ländern einfacher und billiger als in den USA. Bei Outsell fällt das jährliche Treffen heuer aus. "Alle zusammenzutrommeln kostet rund 100.000 Dollar", sagt Stratigos. "Vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Umfelds haben wir das Team gefragt, ob wir das Geld dieses Jahr anderweitig einsetzen sollen, und sie haben ja gesagt."