Am Ende sind alle Männer Söhne einer Mutter. Seit Tagen stand Samuel Israels Mutter mit der Polizei in Kontakt, sie überredete ihren Sohn schließlich per Mobiltelefon, sich den Behörden zu stellen. Am Mittwoch war es dann so weit: Israel kaufte sich auf einem Campingplatz in Granville, Massachussetts, nach dem Joggen eine Packung Marlboro-Zigaretten, stieg auf sein Mofa und tuckerte ins nahegelegene Southwick - in einem blauen Nike-Shirt, grauen Shorts und Turnschuhen - und betrat dort um 9.15 Uhr Ortszeit das Polizeirevier.
Quicklebending wirkte der 48-Jährige, der vor genau 23 Tagen seinen Selbstmord vorgetäuscht hatte. Eine Polizeistreife fand damals an der Bear Mountain Bridge nördlich von New York einen auf Israel zugelassenen Wagen. Auf der Motorhaube stand "suicide is painless" - "Selbstmord ist schmerzlos", angelehnt an die Titelmelodie der US-TV-Serie Mash. Von der Bear Mountain Bridge hatten sich in den vergangenen Jahren mindestens vier Menschen in den Tod gestürzt. Doch so richtig trauten die Ermittler der Finte nicht. Kurz darauf wurde Israels Freundin Debra Ryan festgenommen - und sie plauderte aus, was alle vermuteten: Der Hedge-Fonds-Manager war nicht tot, sondern auf der Flucht.