Bei einem internationalen Team muss der Chef auf kulturelle Unterschiede achten
Der niederländischen Auflistung zufolge zählen zudem technologisches Know-how und Flexibilität besonders. Wer auf Veränderungen kompetent und schnell reagieren kann, punktet eher. Ein Extra-Pluspunkt ist zudem "das gewisse Etwas", der Faktor X, das charismatische Führungspersönlichkeiten besitzen. Den RSM-Forschern zufolge hängt dieser viel damit zusammen, sich jugendliche Eigenschaften zu erhalten. Für das Extra-Quäntchen Charisma, raten sie, das Kind in sich zu entdecken.
Bei Bewerbung besser aggressiv
Beim Sprung auf den Chefsessel sollte man allerdings anderen Kriterien den Vorzug geben. Eine Studie der Graduate School of Business (GSB) an der Universität von Chicago kommt zum Ergebnis: Wer sich um eine Führungsposition bewirbt und sich in der Auswahl abgebrüht gibt, kommt besser an!
Einer Befragung unter mehr als 300 amerikanischen CEOs zufolge werden schnell agierende, aggressive und beharrliche Kandidaten eher eingestellt als Konkurrenten, die gut zuhören, kritikfähig und gute Team-Player sind. Für die Umfrage bewerteten Stephen Kaplan, Professor für Unternehmertum und Finanzen an der GSB und seine beiden Co-Autoren rund 40 Eigenschaften und Fähigkeiten, darunter Führungsstil, intellektuelle, motivierende, zwischenmenschliche, technische und funktionale Faktoren.
Weiche Faktoren, schlussfolgern die Autoren der Uni Chicago, spielen - zumindest bei der Einstellung - eine untergeordnete Rolle. Außerdem werden allgemeine Talente für wichtiger als spezifische Fähigkeiten gehalten. Vorteile für Insider gibt es offenbar nicht. Ihre Chancen aufzusteigen sind nicht besser als die von Externen. Das liege vor allem daran, dass innerbetriebliche Fähigkeiten überbewertet würden, so Kaplan.
Headhunter suchen verstehende Entscheider
Über den Managertyp der Zukunft machen sich inzwischen auch Unternehmensberatungen Gedanken. So charakterisiert DDI, ein Spezialist für Personalfragen, eine geeignete Führungskraft als Manager, der zuhören, denken und entscheiden kann. Ihm müsse es vor allem bei internationaler Verantwortung gelingen, Ziele, Prozesse und Kultur der Muttergesellschaft zu bewahren und gleichzeitig den lokalen Gegebenheiten anzupassen.