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Merken   Drucken   22.06.2009, 12:00 Schriftgröße: AAA

Web 2.0: Die Ideenschmiede der Gegenwart

Ein Flop kommt Unternehmen teuer zu stehen. Ein standardisierter, mehrstufiger Innovationsprozess soll vor Fehlinvestitionen schützen. Doch ein Innovationstrichter muss erst einmal gefüttert werden - taugt das Internet dafür? von Melanie Arens und Sabina Künneth (TNS Infratest)
Eine gute Idee ist Gold wert. Produktinnovationen, die auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abgestimmt sind, verschaffen dem anbietenden Unternehmen einen Wettbewerbsvorsprung und festigen seinen Ruf als Kategorieführer. Ein Flop kommt Firmen dagegen teuer. Doch in einem standardisierten, mehrstufigen Innovationsprozess müssen Informationen und Ideen fließen - kann das Internet dabei helfen?
Dieser Frage ging TNS Infratest mit einer Pilotstudie nach. Für eine medizinische Hautpflegemarke wurde das Web-Monitoringtool TNS WebLedge eingesetzt, um zu Beginn des Innovationsprozesses mehr über die Hautpflegebedürfnisse von Diabetikern zu erfahren.
Hautpflege ist für Betroffene besonders wichtig, da Diabetes oftmals mit Erkrankungen und Veränderungen der Haut einhergeht. Trockene, schuppige Diabetikerhaut birgt gesundheitliche Risiken, denn durch winzige Verletzungen können Pilze und Bakterien leicht in die Haut eindringen und zu Ekzemen, Pilzinfektionen oder krankhaften Hautveränderungen führen. Kleinste Verletzungen können aufgrund der schlechteren Wundheilung schwerwiegende Folgen bis hin zu Amputationen haben. Hautpflege kann bei Diabetikern somit ein sensibles Thema sein, da es oft mit dem Thema "Krankheit" verbunden ist. Im Schutz einer anonymen digitalen Identität fällt es den Betroffenen online oftmals leichter, sich frei zu ihren Beschwerden äußern und sich von Experten und anderen Betroffenen Rat zu holen.
In der Pilotstudie standen zwei Aspekte im Vordergrund: Welche Informationen finden sich zu Diabetes und damit verbundenen Hautproblemen? Wie lassen sich die aus dem Web gewonnenen Informationen im Innovationsprozess einsetzen?
Methodische Vorgehensweise
Mit TNS WebLedge wurden relevante Internetquellen, darunter auch "Consumer Generated Content", ermittelt und nach einer vorgegebenen Archivlogik elektronisch abgelegt und ausgewertet. Von den untersuchten englischsprachigen Webpages, wobei der Schwerpunkt auf britische und amerikanische Domains lag, qualifizierten sich nur solche für die weitere Analyse, auf denen Suchbegriffe aus den zwei Worträumen "Diabetiker" und "Hautprobleme" zu finden waren. Mindestens jeweils einer dieser Suchbegriffe aus den beiden Worträumen musste auf der Webpage innerhalb desselben Absatzes enthalten sein. Die so selektierten Webpages wurden in eine Datenbank heruntergeladen und sowohl mit quantitativen als auch mit qualitativen Verfahren ausgewertet.
Informationsflut erschwert die Orientierung
Viele Verbraucher informieren sich inzwischen im Internet - doch ...   Viele Verbraucher informieren sich inzwischen im Internet - doch dort wartet ein Info-Dschungel
Das Informationsangebot zu Diabetes im Internet ist überwältigend. Zum einen finden sich Basisinformationen aus "offiziellen" Quellen, insbesondere auf Websites von Diabetesorganisationen, zum Beispiel der American Diabetes Association. Diese Basisinformationen sind in Form von strukturierten Checklisten und allgemeinen Hautpflegetipps erhältlich. Einige Hersteller von Hautpflegeprodukten bieten Informationsbroschüren zum Thema "diabetische Haut" an, die ebenfalls die Basisinformationen für Hautpflege enthalten. Zusätzlich findet in Blogs und Foren ein Austausch mit Experten und unter Betroffenen statt. Da eine falsche Empfehlung ein hohes gesundheitliches Risiko birgt, raten Forenteilnehmer sehr häufig, sich an einen Diabetologen zu wenden.
Auch das Produktangebot im Netz ist sehr umfangreich. Informationen auf den Internetseiten der Anbieter und Diskussionen in den einschlägigen Foren darüber, welche Wirkstoffe für die empfindliche Diabetikerhaut gut oder weniger gut geeignet sind, können unter Diabetikern für Verwirrung sorgen, da die Aussagen sich zum Teil widersprechen. Eine für Diabetiker verständliche und nützliche Übersicht zu sämtlichen relevanten Inhalts- und Wirkstoffen war nicht zu entdecken.
Durch die Analyse der Blog- und Foreneinträge kristallisierten sich außerdem mehrere Diabetikergruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen heraus.

Teil 2: Wie Sie die Bedürfnisgruppen abgrenzen - lesen Sie weiter.

  • FTD.de, 22.06.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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