FTD.de » Management + Karriere » Management » Die Nutzer hinter den Visits
  Cebit 2010 FTD-Serie: Grün und wolkig

Die Cebit steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der Sicherheit. Zudem spielen Themen wie Green-IT und Cloud Computing vom 2. bis zum 6. März wieder eine wichtige Rolle in Hannover. FTD.de präsentiert in seinem Spezial Fakten, Neuigkeiten und Hintergründe.

Merken   Drucken   23.02.2010, 14:58 Schriftgröße: AAA

Webseiten unter der Lupe: Die Nutzer hinter den Visits

Auch im Internet können Nutzerstrukturen ermittelt werden. Nutzerstrukturanalysen im Web sind essentiell für das optimale Zusammenspiel von Print- und Onlineangeboten. von Michael Voß, TNS Emnid
Auch in der beruflichen Informationssuche und -gewinnung hat sich das Internet in den letzten Jahren längst neben den "klassischen" Medien wie den Fachzeitschriften etabliert. In diesem Zusammenhang wird für die Zukunft häufig von den Anhängern der digitalen Informationsgewinnung eine Kannibalisierung der Printmedien durch entsprechende Onlineangebote heraufbeschworen. Auf der anderen Seite betonen Medienunternehmen immer wieder die fachliche und gesellschaftliche Relevanz der Printprodukte und gehen auch zukünftig von einer gleichwertigen Bedeutung in der digitalisierten Wissens- und Informationsgesellschaft aus.
Wer seine Nutzer kennen will, sollte sie analysieren   Wer seine Nutzer kennen will, sollte sie analysieren
Aber ist der Blick in die Zukunft wirklich so generalisierbar? Müssen nicht viel eher die einzelnen Medienangebote hinsichtlich ihres jeweiligen Nutzens für den Nutzer individuell betrachtet und analysiert werden? Schließlich werden auch online unterschiedliche Zielgruppen angesprochen, unterschiedliche Inhalte angeboten und das häufig auch in unterschiedlichen Professionalisierungsgraden. In einer Case Study für Springer Automotive Media wurde aufgezeigt, dass sich in diesem Fall die Fachzeitschrift und das Online-Pendant eben nicht kannibaliseren - sondern hervorragend ergänzen. Aber hüten wir uns davor, das zu verallgemeinern.
Berufliche Entscheider stark im Web vertreten
Mehrere Untersuchungen in den letzten Jahren haben aufgezeigt, dass der durch die Digitalisierung verursachte, tiefgreifende Wandel im Mediennutzungsverhalten natürlich auch in der beruflichen Information anzutreffen ist: Die Wirkungsanalyse Fachmedien zeigte, dass sich 90 Prozent der beruflichen Entscheider im Internet informieren. Es ist unverkennbar ein Trend hin zur intensiveren Nutzung von Onlineangeboten auszumachen, der sich weiter fortsetzen wird. Dadurch ist ein Druck auf die traditionellen Printangebote gegeben, der sich noch weiter verstärken wird.
Diese Entwicklungen haben auf der anderen Seite auch Konsequenzen für den Werbemarkt: Der Onlinewerbemarkt ist in den letzten Jahren absolut und prozentual gewachsen, Online-Werbung wird immer wichtiger. Diese an sich strukturellen Veränderungen sind durch die Wirtschafts- und Finanzkrise noch einmal beschleunigt worden.
Mediennutzung und -nutzer
Eine wichtige Aufgabe in der Medienforschung ist es seit jeher, für jedes Medienangebot, Daten zur Nutzerstruktur, zur Nutzungshäufigkeit und -intention ebenso bereitzustellen wie zu den Wünschen und Erwartungen der Nutzer an die Angebote. Diese Aufgabe wird vor dem oben geschilderten Hintergrund noch relevanter, um eben jedes einzelne - klassische und digitale - Angebot individuell beurteilen zu können und somit dem Anbieter (dem Verlag) Empfehlungen sowohl für die redaktionelle Ausrichtung aber auch für die Vermarktung der Werbeplätze geben zu können.
In Zusammenarbeit mit Springer Automotive Media hat die TNS Emnid Medienforschung eine entsprechende Analyse für autohaus.de durchgeführt, den Internetseiten der Fachzeitschrift Autohaus. Die Untersuchung wurde mit dem Analyseinstrument WebStA durchgeführt (http://www.tns-emnid.com/medienforschung/websta.asp) - eine Gemeinschaftsentwicklung mit der Interrogare GmbH, die als Dienstleister der AGOF für die Durchführung der Onsite-Befragung der Internet Facts zuständig ist.
Das Analyseinstrument Websta   Das Analyseinstrument Websta
Dieses Forschungsinstrument ermöglicht die Erhebung der relevanten Daten zu Nutzern und Nutzungen der Website und bietet somit den Medienunternehmen mit ihrem "klassischen" Angebot und Online-Angeboten wertvollen Input für Redaktion und vor allem in der Vermarktung: Denn Informationen über die jeweilige Nutzerschaft bilden das Gerüst der sogenannten Mediadaten, der wichtigsten Grundlage bei der Vermarktung von Werbemittel. Aus diesem Grund orientiert sich WebStA in seinem Ansatz selbstverständlich an allgemein anerkannten Media-Konventionen.
Zusätzlich zu den notwendigen soziodemographischen Informationen, wie Alter und Geschlecht, Funktion im Unternehmen und Entscheiderstatus, aber auch Wirtschaftszweig und Größe des Unternehmens ist die Nutzung der Fachzeitschrift erfasst worden. Die Analyse kommt für den Verlag zu erfreulichen Ergebnissen: Nahezu die Hälfte der Nutzer des Onlineangebotes sind auch Abonnenten der entsprechenden Fachzeitschrift. Das bedeutet:
  • Internet und Print lassen sich hier ideal für cross-mediale (Werbe-)Zwecke einsetzen.
  • Der hohe Anteil derjenigen, die sowohl die Fachzeitschrift als auch das Online-Portal nutzen, widerlegt das oben angeführte Argument einer Kannibalisierung - das Onlineangebot ersetzt nach den vorliegenden Ergebnissen nicht die Fachzeitschrift, sondern ergänzt sie sinnvoll.
  • Zugleich zeigt der in etwa gleich hohe Anteil der Online-Exklusiv-Nutzer das große Potenzial von Online, das auf diese Weise den Wirkungskreis des Gesamtangebots noch deutlich ausgeweitet werden kann, in dem weitere Zielgruppen angesprochen werden. Das wird auch deutlich, wenn man die Unterschiede zu den Nicht-Exklusiv-Nutzern beleuchtet: Das Onlineportal spricht zusätzlich Personen in anderen betrieblichen Funktionen sowie in der Tendenz jüngere Zielgruppen an.

Teil 2: Lesen Sie ein Beispiel für die Nutzung einer Website.

  • FTD.de, 23.02.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
enable2start-Gründertagebücher
  • DAS VIERTE QUARTAL: Aussicht auf Erfolg

    03.02.2012 - Discovergy: Der Weg war rumplig, aber jetzt läuft die Technik. Und die Discovergy-Gründer kümmern sich um etwas, was sie lange vernachlässigt haben: Geldverdienen mehr

  Fragen über Fragen Haben Sie gut aufgepasst 2011?

Welche Ratingagentur entzog den USA das "AAA"? Wie lautet die autorisierte Biografie von Steve Jobs? Haben Sie das Weltgeschehen in diesem Jahr nur sporadisch verfolgt oder sind Sie ein News-Junkie? Testen Sie Ihr Wissen im FTD-Quiz!

Mit Steve Jobs verstarb 2011 ein als Genie gefeierter Unternehmer. Wie lautet der Titel der von Walter Isaacson verfassten, autorisierten Biografie des Apple-Gründers?

Fragen über Fragen: Haben Sie gut aufgepasst 2011?

Alle Tests

  02.02. Kopf des Tages Anthony Langley - der Retter von Manroland
Kopf des Tages: Anthony Langley - der Retter von Manroland

Schritt für Schritt kauft der britische Geschäftsmann deutsche Technologiefirmen. Jetzt sieht er seine Chancen bei der Insolvenz der Druckmaschinenfirma Manroland. mehr

 



  •  
  • blättern
MANAGEMENT

mehr Management

GRÜNDUNG

mehr Gründung

RECHT + STEUERN

mehr Recht + Steuern

KARRIERE

mehr Karriere

BUSINESS ENGLISH

mehr Business English

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote